Volkswagen und Ford wollen künftig auch bei Elektrofahrzeugen und Roboterautos zusammenarbeiten. Das kündigten VW-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett in New York an.

Dafür will VW 2,6 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro) in Fords Tochter Argo AI für selbstfahrende Autos investieren. Die US-Amerikaner wollen im Gegenzug Hunderttausende Fahrzeuge für den europäischen Markt auf der E-Auto-Plattform MEB von VW fertigen. Ford und VW werden durch den Deal in Zukunft gemeinsam und zu gleichen Teilen eine deutliche Mehrheit an der Tochter halten.

Ford wird damit der erste Autokonzern, der Volkswagens MEB-Plattform mitnutzt, und will darüber innerhalb von sechs Jahren insgesamt mehr als 600.000 Wagen für den europäischen Markt produzieren. VW selbst werde den Baukasten in den nächsten zehn Jahren für 15 Millionen Autos nutzen. Ford ist bei den E-Autos aber mehrgleisig und ist auch am Tesla-Rivalen Rivian beteiligt. Auch die Entwicklung von Elektroautos und entsprechenden Plattformen ist teuer: VW hat nach eigenen Angaben seit 2016 mehr als 6 Milliarden Euro in den MEB investiert.

Standort für neues VW-Werk in Osteuropa noch offen

VW und Ford hatten bereits im Januar beschlossen, bei leichten Nutzfahrzeugen zu kooperieren, und über eine erweiterte Partnerschaft verhandelt. Dass große Autokonzerne kooperieren, ist angesichts hoher Kosten, Regulierungsdrucks, geringer Gewinnspannen und schwieriger Marktumstände keine Seltenheit mehr. Zuletzt hatten sich auch Daimler und BMW bei Roboterautos verbündet, um die Technik für autonomes Fahren kostenschonender voranzutreiben.

Die Standortfrage für ein neues VW-Werk in Osteuropa ist jedoch weiter offen. Die Planungen seien "konkretisiert, nicht finalisiert" worden, teilte ein Sprecher des VW-Aufsichtsrats mit. Zuvor hatte die Automobilwoche geschrieben, der Aufsichtsrat habe beschlossen, das neue Mehrmarkenwerk in der Nähe von Izmir in der Türkei zu bauen. Nach dpa-Informationen könnte sich die Entscheidungsfindung aber noch einige Zeit hinziehen.