In unserer Straße parkt seit geraumer Zeit ein kleiner Hänger (mit Zulassungszeichen) der mit Unrat beladen ist. Er wird in unregelmäßigen Abständen geleert. Dieser Hänger blockiert einen der sowieso schon wenigen Pkw-Parkplätze. Ist das zulässig?, fragt ZEIT-ONLINE-Leser Oliver Glaser-Gallion aus Wiesbaden.

Parkplätze sind überall in Städten und Siedlungen ein knappes Gut. Wenn dann noch herrenlose Anhänger mit Müll oder Wohnmobile die wenigen Stellplätze über einen längeren Zeitraum blockieren, fragen sich Anwohnerinnen und Anwohner – muss das sein?

"Grundsätzlich gilt, dass Anhänger ohne ein Zugfahrzeug parken dürfen, wenn die in Paragraf 12 der Straßenverkehrsordnung genannten Einschränkungen beachtet werden", sagt Stefan Herbers, Fachanwalt für Verkehrsrecht aus Oldenburg. Unabhängig von der Gesamtmasse darf ein Anhänger ohne Zugfahrzeug aber nicht länger als zwei Wochen geparkt werden (Paragraf 12 Absatz 3b StVO), ganz egal ob in einem Wohngebiet oder mitten in der Stadt.

Einschränkungen gibt es auch für Kraftfahrzeuganhänger, die eine Gesamtmasse von mehr als zwei Tonnen auf die Waage bringen. Diese Gefährte dürfen nicht regelmäßig in der Zeit von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen innerhalb von geschlossenen Ortschaften, in reinen oder allgemeinen Wohngebieten, Kur- oder Klinikarealen sowie Flächen, die der Erholung dienen, geparkt werden (Paragraf 12 Absatz 3a StVO).

Zusammenfassend gilt deshalb: "Kraftfahrzeuganhänger ohne Zugfahrzeug dürfen nicht länger als zwei Wochen geparkt werden. Dies gilt allgemein und unabhängig von der zulässigen Gesamtmasse", sagt Herbers. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldbuße zwischen 20 und 30 Euro rechnen. Da diese Summen kaum abschrecken, empfiehlt Herbers dem ZEIT-ONLINE-Leser, den beschriebenen Dauerzustand zu dokumentieren und sich an die Gemeinde oder zuständige Stadtbehörde zu wenden.