Wie eng dürfen Ampeln und Verkehrsschilder hintereinanderstehen? Gibt es Mindestabstände in der Abfolge, um die Lesbarkeit der Schilder hinter einer Ampel zu gewährleisten?, fragt ZEIT-ONLINE-Leser Axel Svensson.

Es ist erstaunlich, aber: Selbst in Deutschland ist nicht alles reguliert. "Ein vorgeschriebener Mindestabstand zwischen hintereinanderstehenden Lichtzeichenanlagen und Verkehrszeichen findet sich nirgends in den Straßenverkehrsvorschriften", sagt Daniela Mielchen, Fachanwältin für Verkehrsrecht aus Hamburg.

Die Fachanwältin nennt aber ein paar grundsätzliche Punkte, die beachtet werden sollten. Gibt es zu viele Schilder im Straßenverkehr, überfordert das die Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen und lenkt sie ab. "Daher sind Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen nach der StVO nur dort anzuordnen, wo es aufgrund der besonderen Umstände zwingend erforderlich ist", sagt die Fachanwältin.

Außerdem weisen die allgemeinen Verwaltungsvorschriften darauf hin, dass Verkehrszeichen die Sicht nicht behindern sollen, besonders nicht die Sicht auf andere Verkehrszeichen wie etwa auf Ampeln oder Blinklichtanlagen. "Bestimmte Abstände der Verkehrszeichen zueinander werden auch hier nicht genannt", sagt Mielchen.

Nach der Rechtsprechung müssen Verkehrseinrichtungen und Verkehrszeichen aber so beschaffen sein, dass sie ein aufmerksamer, durchschnittlicher Verkehrsteilnehmer während des Fahrens mit einem beiläufigen Blick erfassen, verstehen und befolgen kann. Werden diese Grundsätze berücksichtigt, dürfte für Verkehrszeichen, die hinter einer Ampel aufgestellt werden, ein Mindestabstand von zumindest einigen Metern erforderlich sein, sagt Mielchen.