Die Folgekosten sämtlicher Verkehrsmittel betrugen im Jahr 2017 in Deutschland einer neuen Studie zufolge rund 149 Milliarden Euro. "Sie gehen zulasten anderer Menschen, der Umwelt und künftiger Generationen", teilte der Verein Allianz pro Schiene mit, der die Untersuchung vom Forschungsunternehmen Infras hatte durchführen lassen.

"Zu den externen Kosten zählen alle negativen Auswirkungen der Mobilität, für die nicht die Verkehrsteilnehmer selbst bezahlen." Darunter verstehen die Studienautoren etwa Kosten, die durch Klima und Umweltschäden entstehen, oder durch die Folgen von Unfällen.

Die Allianz pro Schiene forderte die Bundesregierung zu einer Verkehrswende auf. "Die Gesellschaft zahlt einen gigantischen Preis für die Dominanz der Straße", sagte Geschäftsführer Dirk Flege. Eine Verlagerung des Verkehrs stärke den Klimaschutz und sorge für eine bessere Luftqualität, zudem sinke die Zahl der Unfallopfer drastisch. "Mutiges Umsteuern" sei billiger als weiteres Zögern.

Mehr Autos, mehr Kilometer

Für fast 95 Prozent der Kosten (141 Milliarden Euro) sei der Straßenverkehr verantwortlich. Hier sind es der Studie zufolge vor allem die zahlreichen Unfälle, die die finanzielle Belastung für die Allgemeinheit nach oben treiben. Um diese zu beziffern, beriefen sich die Studienautoren auf Berechnungen des Umweltbundesamts sowie der Europäischen Kommission. Anteilig betrachtet verursachen Unfälle 41 Prozent (61 Milliarden Euro) der Kosten.

Der enorme Anteil des Straßenverkehrs ist nicht allein der großen Zahl von Autos und Lkw in Deutschland zuzuschreiben. Auch in der Betrachtung pro gefahrenem Kilometer schneiden Autofahrer erheblich schlechter ab. Die Folgekosten summieren sich bei ihnen auf elf Cent je Kilometer. Das sei mehr als dreimal so viel wie bei Bahnfahrerinnen, teilte die Allianz pro Schiene mit.

Der Schienenverkehr ist laut der Studie für 3,8 Prozent der Kosten verantwortlich, der Luftverkehr für 0,9 Prozent. Allerdings wurden hierbei laut Studie aus methodischen Gründen nur Inlandsflüge berücksichtigt. 

Laut Untersuchung kommt der Bahnverkehr aus methodischen Gründen schlechter weg, als er eigentlich ist. Demnach nutzt er einen höheren Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen, was seine Umweltbilanz verbessert. Das könne aufgrund der gewählten Untersuchungs- und Datenbasis nicht abgebildet werden.