Mehrere Aktivistinnen und Aktivisten haben in Wolfsburg einen Zug mit neuen Fahrzeugen von Volkswagen blockiert. Die Gruppe wolle damit "auf die verfehlte Klimapolitik der Bundesregierung" aufmerksam machen, teilte sie mit. Die Demonstranten fordern "eine sofortige Verkehrswende".

Ein Polizeisprecher sagte, der Zug befinde sich auf dem Zubringer ins VW-Werk, der öffentliche Bahnverkehr sei nicht beeinträchtigt. "Auf den Gleisen der Deutschen Bahn gibt es keine Beeinträchtigungen", sagte ein DB-Sprecher. Die Polizei ist nach Angaben des Sprechers mit etwa 15 Beamten vor Ort und beobachtet die Situation. Einen Grund, gegen die etwa 30 Aktivisten einzuschreiten, gebe es bisher nicht." Der Zug befindet sich demnach teils auf einer Brücke über den Mittellandkanal, der gesperrt worden ist.

Das Bündnis aus mehreren Umweltschutzgruppen will laut eigenen Angaben die Produktion von Volkswagen zumindest verzögern. Deshalb sei der Zug zwischen dem VW-Werk und dem Bahnhof in Fallersleben angehalten worden. Mehrere Teilnehmer hatten sich an den Gleisen befestigt. Die Aktion richte sich gegen die Automobilindustrie, die maßgeblich verantwortlich für die Klimakrise sei. Ein Volkswagen-Sprecher war zunächst nicht zu erreichen.

Es sei klar, dass auch Autos im Mobilitätsmix der Zukunft eine Rolle spielen würden, wenn auch eine untergeordnete, teilte die Gruppe weiter mit. "Nur wirklich notwendige Autos sollen verwendet sowie öffentliche und klimafreundliche Alternativen viel stärker ausgebaut und attraktiv gemacht werden", hieß es in dem Schreiben. David Neisser, einer der angeketteten Aktivisten, sagte: "Die Probleme sind struktureller Art und individuelle Lösungen reichen nicht aus." Eine solidarische Wirtschaft jenseits von Wachstumszwang sei möglich und angesichts der Klimakrise auch dringend nötig.