Der Autokonzern Volkswagen möchte für seine Elektroautos künftig eigene Batteriezellen produzieren. Im Werk Salzgitter wurde eine Pilotfertigung für Kleinserien eröffnet. Dort sollen weitere Erfahrungen gesammelt werden. Das Projekt ist auch als Basis für eine Zellherstellung in größerem Rahmen angelegt. Bis zum Jahreswechsel 2023/24 wird mehr als eine Milliarde Euro investiert. Dann soll auch eine mit dem schwedischen Start-up-Partner Northvolt betriebene Zellfabrik ihren Betrieb aufnehmen.

Durch die Batteriezellproduktion sollen mittelfristig mehr als 1.000 neue Jobs in Salzgitter entstehen. 300 im jetzt eröffneten Entwicklungszentrum, weitere 700 im Joint Venture mit Northvolt. Die Zellfabrik wird ab dem kommenden Jahr gebaut, sie ist auf eine Größenordnung von 16 Gigawattstunden ausgelegt. Ebenfalls in Salzgitter soll im kommenden Jahr eine Pilotanlage für Recycling von Batterien in Betrieb gehen.

"Durch die Bündelung der Kompetenzen am Standort stellen wir sicher, dass wir die Weiterentwicklung der Batteriezellen als Schlüsselkomponente der Elektrifizierung selbst vorantreiben und schnell in die Serienfertigung überführen können", sagte VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer.

Volkswagen will unabhängiger von asiatischen Lieferanten werden

Die Investition für den Einstieg in die erste Batteriezellfertigung in Deutschland hatte der VW-Aufsichtsrat im Mai freigegeben. Ein Teil der Summe ist für das Gemeinschaftsunternehmen vorgesehen, ein weiterer Teil geht direkt an Northvolt. Im Gegenzug sollte Volkswagen eine Beteiligung von rund einem Fünftel an dem schwedischen Unternehmen und einen Sitz im Aufsichtsrat erhalten.

Volkswagen startet im November mit der Produktion von E-Autos der neuen ID-Modellfamilie und will die in den nächsten Jahren steigern. Eine eigene Zellfertigung war den deutschen Autoherstellern bisher zu teuer, sie kauften die Komponenten von Zulieferern vor allem aus Asien ein. Um die Abhängigkeit zu verringern, schaut sich das Management bereits nach weiteren Standorten in Europa um. Auch Emden kommt demnach infrage.