Wegen eines zweitätigen Pilotenstreiks hat die Fluggesellschaft British Airways fast alle Flüge für Montag und Dienstag abgesagt. Man könne nicht vorhersagen, wie viele Piloten zur Arbeit kämen und welche Maschinen sie fliegen könnten, teilte das Unternehmen mit. Daher müsse man nahezu 100 Prozent der bis zu 850 Flüge pro Tag absagen. Betroffene Kunden könnten umbuchen oder bekämen ihr Geld zurück.

Die Pilotengewerkschaft Balpa wirft der Fluglinie vor, große Gewinne auf Kosten der Mitarbeiter zu erwirtschaften, die in Krisenzeiten Zugeständnisse gemacht hätten. Mit dem Ausstand soll eine größere Beteiligung an den Gewinnen des Lufthansa-Rivalen durchgesetzt werden. "Es ist Zeit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein ernsthaftes Angebot vorzulegen, das diesen Streit beenden kann", sagte Gewerkschaftsvertreter Brian Strutton am Sonntagabend.

Die Fluglinie hingegen betrachtete das eigene Angebot im laufenden Tarifstreit als fair und den Streik als ungerechtfertigt. British Airways hatte den Piloten im Juli eine Gehaltserhöhung von 11,5 Prozent über drei Jahre angeboten. Dies wurde jedoch zurückgewiesen. "British Airways muss aufwachen", sagte Balpa-Generalsekretär Strutton. Die Piloten hätten in schwierigen Zeiten erhebliche Gehaltskürzungen hinnehmen müssen. Nun solle die Fluggesellschaft in Zeiten des Profits auch etwas zurückgeben. Eine British-Airways-Sprecherin sagte, man sei weiter zu Gesprächen bereit. Am Donnerstag hatte die Airline die jüngste Gewerkschaftsforderung als überzogen zurückgewiesen. Gespräche über die Forderung hätten den Streik abwenden können, kritisierten dagegen die Arbeitnehmervertreter.

Durch den Streik mussten Tausende Reisende umplanen. Der Ausstand werde British Airways mehr kosten als die Investitionen, die zur Beilegung des Tarifstreits nötig gewesen wären, kritisierte Gewerkschafter Strutton. Während des Streiks muss die Fluggesellschaft die Passagiere für ausgefallene Flüge entschädigen oder ihnen Ersatzverbindungen anbieten. Insgesamt kommen so Kosten von 40 Millionen Pfund am Tag zusammen.

Eine Sprecherin des britischen Premierministers Boris Johnson forderte beide Seiten dringend auf, den Konflikt zu beenden. Ein dritter Streiktag ist bereits für den 27. September vorgesehen.