Die US-Fluggesellschaft American Airlines rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit einer Wiederinbetriebnahme der nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Boeing 737 Max. Das Unternehmen kündigte an, die Maschinen bis zum 16. Januar aus dem Flugplan zu nehmen. Damit fallen die Flugzeuge in der von starkem Reiseaufkommen geprägten Weihnachtszeit aus. Zuvor hatte American Airlines Flüge des Maschinentyps bis zum 3. Dezember gestrichen. Die beiden anderen großen US-Fluggesellschaften mit 737-Max-Maschinen in ihren Flotten, Southwest und United Airlines, planen derzeit bis zum 5. Januar beziehungsweise zum 19. Dezember nicht mit den Jets.  

Der Schritt war nicht überraschend, da Hersteller Boeing andauernde Schwierigkeiten bei der Wiederzulassung des Flugzeugtyps hat. Seit März darf die 737 Max fast weltweit nicht mehr abheben. Boeing muss zuvor die Softwareprobleme beheben, die als eine entscheidende Ursache der zwei Abstürze der Maschinen gelten. In Indonesien und Äthiopien waren durch die Abstürze binnen weniger Monate 346 Menschen gestorben, ehe der Flugzeugtyp aus dem Verkehr genommen wurde. Noch im Sommer hoffte Boeing auf eine Wiederzulassung bis zum Herbst, doch nach Boeings Softwareupdate fehlt noch die Freigabe durch die US-Flugaufsichtsbehörde FAA. 

Die betroffenen Airlines stehen durch die Startverbote unter Druck, zahlreiche Flüge mussten ausfallen. Ob und wann bestellte 737-Max-Maschinen ausgeliefert werden können, ist nicht bekannt. Vor allem Boeing ist durch die Abstürze in Schwierigkeiten geraten: Die Firma hat bereits über vier Milliarden Euro für etwaige Kompensationszahlungen zurückgelegt. Kürzlich hat eine Pilotengewerkschaft gegen Boeing geklagt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres brachen die Flugzeugauslieferungen verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 47 Prozent ein, wie eine am Dienstag veröffentlichte Statistik des Konzerns zeigt. 302 Flugzeuge hat Boeing in diesem Zeitraum verkauft, beim europäischen Konkurrenten Airbus waren es 571.