Die französische Fluggesellschaft Air France hat ankündigt, ab 2020 die CO2-Emissionen ihrer Inlandsflüge auszugleichen. Das Unternehmen werde "mehrere Millionen Euro" in Klimaschutzprojekte investieren, mit denen der Kohlenstoffdioxidausstoß der rund 500 Inlandsflüge pro Tag kompensiert werde, sagte die Vorstandschefin der Fluggesellschaft, Anne Rigail, in einem Zeitungsinterview mit Le Parisien.

Bei den Kompensationsmaßnahmen handele es sich um Projekte, bei denen neue Bäume gepflanzt werden, die sich dem Schutz der Wälder und Biodiversität widmen oder zur Energiewende beitragen. Zudem wolle Air France ab Januar Einwegplastik an Bord komplett abschaffen. Eine Flugscham – also einen Verzicht auf das Fliegen wegen der hohen Klimabelastung – konnte die Air-France-Chefin bei den Buchungen nicht erkennen. Der Rückgang sei "nicht hoch genug", um eindeutige Ursachen feststellen zu können, so Rigail.

Das Treibhausgas CO2 trägt Mitschuld am Klimawandel. Die aktuell bestehenden und geplanten Emissionshandelsmechanismen zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes von Flugzeugen beinhalten keine Inlandsflüge. Die Luftfahrtbranche steht angesichts der weltweiten Klimabewegung derzeit unter Druck.

Die Klimaschutzorganisation Atmosfair bietet Fliegenden die Möglichkeit, über private Spenden ihre CO2-Emissionen auszugleichen. Seit dem letzten Jahr konnte die Organisation einen Anstieg bei den Ausgleichszahlungen verzeichnen, die sie in Klimaschutzprojekte investiert.

Doch auch wer Flüge kompensiert, schadet dem Klima: Eine Flugreise von Düsseldorf nach Los Angeles stößt pro Person mehr Treibhausgase aus, als man durchschnittlich mit einem Jahr Autofahren verursacht — und zwar allein auf dem Hinflug.