Autoindustrie - Kaufprämie für Elektroautos soll steigen Ab 2020 soll es zum Kauf eines E-Autos einen höheren Bonus geben. Der Verband der deutschen Autoindustrie bestätigte eine entsprechende Einigung mit der Bundesregierung. © Foto: Jens Büttner/​dpa

Die Bundesregierung will Elektroautos mit höheren Kaufprämien sowie Millionen neuer Ladepunkte bis 2030 zum Durchbruch verhelfen. Beim Autogipfel im Kanzleramt mit Industrie und Regierung verständigten sich die Teilnehmer am Montagabend auf deutlich höhere Prämien für den Kauf eines Elektroautos. Die Bundesregierung teilte mit, dass beide Seiten wie bisher jeweils zur Hälfte die Kosten übernehmen werden. 

Der Verband der Deutschen Autoindustrie (VDA) bestätigte, dass man sich mit der Regierung über die Prämie verständigt hat. "Die Industrie wird sich wie in der Vergangenheit auch daran beteiligen", sagte VDA-Chef Bernd Matthes. Verkehrsminister Andreas Scheuer sprach ebenfalls von einer Einigung und einem guten Abend für die Mobilität in Deutschland. "Wir brauchen jetzt die Massenwirksamkeit der Mobilität von morgen", sagte er.

Die Prämie soll zunächst bis Ende 2025 verlängert werden. Die vor mehr als drei Jahren eingeführte Prämie ist bisher bis Ende 2020 befristet. Die Verlängerung soll Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern langfristige Planungssicherheit geben. 

Deutlich höhere Prämie

Außerdem wird die Prämie deutlich angehoben. Für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro soll der Zuschuss von bisher 4.000 Euro auf 6.000 Euro steigen. Für sogenannte Plug-In-Hybride soll es laut Vorlage künftig in dieser Preisklasse statt 3.000 dann 4.500 Euro geben. Für Autos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro soll der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5.000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4.000 Euro. Bisher werden Elektroautos nur bis zu einem Nettolistenpreis von 60.000 Euro gefördert. Diese Deckelung soll künftig entfallen.

Mit den höheren Kaufprämien soll der Verkauf von E-Fahrzeugen angekurbelt werden. Zwar steigen die Neuzulassungen, aber auf einem immer noch niedrigen Niveau. Die Autohersteller wollen in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche E-Autos auf den Markt bringen, auch im Massenmarkt.

Vor dem Treffen war zunächst unklar, ob die Industrie die Kosten weiter anteilig übernimmt. Der deutsche Marktführer Volkswagen signalisierte dann aber Bereitschaft, die höhere Kaufprämie für Elektroautos weiter zur Hälfte mitzufinanzieren. Zur bestehenden Kaufprämie haben Bund und Industrie jeweils 600 Millionen Euro beigetragen. An dem Spitzentreffen nahmen neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mehrere Bundesminister und Ministerpräsidenten teil, dazu die Chefs des Autoverbandes VDA sowie von Autoherstellern, Zulieferern und Gewerkschaften.

Mehr Ladepunkte

Auf dem Autogipfel ging es neben der Kaufprämie auch darum, den Aufbau eines flächendeckenden Netzes an Ladestationen für E-Autos zu beschleunigen. In den nächsten Jahren will der Bund 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren. Mehr Ladepunkte und Kaufanreize für E-Autos sind laut Merkel zwei wesentliche "Schrauben", an denen man drehen muss, damit der E-Mobilität in Deutschland der Durchbruch gelingen kann.

Derzeit gibt es rund 21.000 öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektroautos – vor allem auf dem Land gibt es nur wenige. Die Bundesregierung hat angekündigt, bis 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte zu schaffen. Der Bau privater Ladepunkte soll stärker gefördert werden. Dafür soll es im Miet- und Wohnungseigentumsrecht Erleichterungen geben.

Zunächst sollen bis 2022 in Deutschland 50.000 neue Ladestationen entstehen, wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte. Die Automobilwirtschaft wird davon 15.000 öffentliche Ladepunkte beisteuern.

VDA-Chef Bernhard Mattes, sprach von einem "guten Paket", das bei dem Gipfel geschnürt worden sei. Dies sei ein weiterer Schritt nach vorn zur "Mobilität der Zukunft". Es gehe beim Umbruch der Branche auch darum, Beschäftigung zu sichern.