Um Fußgängerinnen und Fußgänger im Straßenverkehr besser zu schützen, fordern Unfallforscher einen automatischen Anfahrstopp-Assistenten für schwere Lkw. Die Wissenschaftler stützen sich dabei auf eine aktuelle Auswertung einer Datenbank der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Das größte Problem seien überraschend anfahrende Lkw im Stop-and-Go-Verkehr oder auch Müllfahrzeuge, sagt UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Häufig sei das Sichtfeld der Lkw-Fahrer durch Gardinen, Namenschilder oder Deko eingeschränkt.

Laut amtlicher Statistik wurden im vergangenen Jahr im Straßenverkehr 458 Fußgängerinnen und Fußgänger getötet. 54 von ihnen starben bei einem Unfall mit einem Lastwagen mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen. 148 Menschen wurden schwer verletzt.

Aus der Auswertung der Datenbank geht hervor, dass Fußgängerinnen und Fußgänger bei Unfällen mit Lkw vor allem frontal oder seitlich von einem geradeaus fahrenden Lastwagen erfasst werden. Brockmann forderte, die Notbremstechnik für Lkw so zu optimieren, dass sie Fußgänger nicht nur sicher erkenne, sondern auch das Anfahren automatisch stoppe, wenn sich Fußgänger oder Radfahrer im kritischen Bereich befänden.