Schlafen nur im Sitzen: Die Bahn plant einem Bericht zufolge keine Wiedereinführung ihrer Schlafwagenzüge. Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf eine FDP-Anfrage berichteten, hält der Konzern an seiner Strategie fest, über Nacht mit Sitzwagen zu fahren. Zudem unterstütze der Konzern "die klassischen Nachtzugverkehre anderer Anbieter" zum Beispiel mit Lokomotiven, Personal und im Vertrieb, heißt es in der Antwort.

Die Bundesregierung werde der Bahn "aufgrund des schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses" auch kein Geld zur Wiedereinführung des Schlafwagenbetriebs bereitstellen, zitierte das RND aus der Antwort weiter. Die Schlafwagen waren Ende 2016 wegen deutlich sinkender Buchungen eingestellt worden. Dem Verkehrsministerium zufolge verkehren in Deutschland derzeit Nachtzüge acht verschiedener Anbieter, unter anderem aus Polen, Russland, Ungarn und Österreich.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben einen größeren Teil der vor drei Jahren eingestellten Strecken durch Deutschland übernommen und sind damit auch rentabel. Es heißt, es habe im Management der Deutschen Bahn zu wenig Interesse an Nachtzügen gegeben, und dass kaum ein Top-Bahner diese auch selbst genutzt habe – trotz einer im Vergleich zur Luftfahrt guten CO2-Bilanz.

Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic sagte dem RND, die Österreichische Bundesbahn zeige, dass der wirtschaftliche Betrieb von Nachtzügen mit Schlafwagen möglich sei. "Die Deutsche Bahn sollte sich hier ein Beispiel nehmen und ihre Strategie überdenken." Komfort sei für Reisende ausschlaggebend und der Nachtzug mit Schlafwagen eine attraktive Alternative zum Flugzeug. Die Bahn müsse gemeinsam mit den anderen Unternehmen ein europäisches Konzept für Nachtzüge diskutieren und entwickeln.