Die Deutsche Bahn will in den kommenden zehn Jahren mehr Geld in den Erhalt von Eisenbahnbrücken stecken. Für rund neun Milliarden Euro sollen in diesem Zeitraum rund 2.000 Brücken modernisiert oder erneuert werden, wie ein Bahn-Sprecher bestätigte. Zuvor hatte die Funke-Mediengruppe über die Zahlen berichtet.

In den ersten fünf Jahren sollen vier Milliarden Euro in die Brückeninfrastruktur gesteckt werden, in den zweiten fünf Jahren dann fünf Milliarden Euro. Dies sei deutlich mehr als in den Vorjahren.

Zwischen 2015 und Ende 2019 waren demnach mehr als 900 Brücken für drei Milliarden Euro erneuert worden. Damit hat die Bahn ihr selbst gestecktes Ziel von 875 zu sanierenden Brücken übererfüllt. Im deutschen Schienennetz gibt es insgesamt 25.700 Brücken.

Bahn und Bund hatten im vergangenen Jahr ein auf zehn Jahre angelegtes Modernisierungsprogramm angekündigt. Rund 86 Milliarden Euro sollen in Erhalt und Instandsetzung der Schienenwege fließen. Für die Brücken waren im Oktober zunächst noch lediglich 4,5 Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren vorgesehen gewesen.

Bund steckt weniger Geld ins Schienennetz

Das Bundesverkehrsministerium will dagegen offenbar weniger als bisher in Aus- und Neubau des Schienennetzes investieren. Das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf eine Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Demnach flossen 2018 bundesweit 1,591 Milliarden Euro in die Trassen, im vergangenen Jahr waren es sogar 1,638 Milliarden. Für dieses und das kommende Jahr sehe das Ressort von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aber lediglich 1,501 beziehungsweise 1,552 Milliarden Euro vor.

Zugleich stiegen die Mittel für den Aus- und Neubau von Bundesfernstraßen im Jahr 2021: Dann sollen 2,721 Milliarden Euro beispielsweise in neue Autobahnen fließen. 2018 waren es noch 2,362 Milliarden, 2019 rund 2,6 Milliarden. Für dieses Jahr plane Scheuer 2,5 Milliarden ein.

Grünenfraktionsvize Oliver Krischer kritisiert das: "Den Investitionsstau haben wir bei der Schiene und nicht der Straße. Der Mitteleinsatz müsste eigentlich genau anders sein", sagte er der Zeitung. Bei der Schieneninfrastruktur gebe es viele Engpässe, die jetzt beseitigt werden müssten, damit die Fahrgastzahlen in den nächsten zehn Jahren verdoppelt werden könnten. "Ansonsten ist das Ziel der Bundesregierung nur Gerede und die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene kommt nicht voran", sagte Krischer.