Der Volkswagen-Konzern und der Stromversorger E.on haben eine mobile Ladesäule für Elektrofahrzeuge entwickelt. Leistungsstarke Batterien sollen es ermöglichen, dass gleichzeitig bis zu zwei Elektroautos geladen werden.

Die auf der Energiemesse E-World in Essen als Powerbank für Autos präsentierten Säulen können an einem gewöhnlichen Stromanschluss betrieben werden und sind daher unabhängig von leistungsstarken Stromleitungen. Daher lassen sie sich überall aufstellen, wo Autofahrer Bedarf haben. Und eben auch schnell versetzen, wenn sich herausstellt, dass es in der Gegend nicht genügend Elektroautos gibt. Das unternehmerische Risiko ist also geringer als bei fest errichteten Ladesäulen.

Aufladen in maximal 30 Minuten

Elektrofahrzeuge können laut dem Konzern in knapp 25 Minuten aufgeladen werden. Wenn es besonders schnell gehen soll, sei schon nach 10 Minuten wieder so viel Strom in der Autobatterie, dass er bei sparsamer Fahrweise für 150 Kilometer reichen könne.  

Das Ladetempo ist ein maßgebliches Kriterium für Autofahrer, die ihre Fahrt bei leerem Akku ungern länger unterbrechen, um weiterfahren zu können. Schnellladestationen sind wichtig, um der E-Mobilität in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen. Immerhin hält gut jeder zweite Autofahrer einer Umfrage zufolge Ladezeiten von maximal einer halben Stunde für akzeptabel.

Doch Schnellladestationen sind rar. Gerade 15 Prozent der rund 24.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Deutschland sind dem Energie-Branchenverband BDEW zufolge für schnelles Laden ausgelegt. Ein Grund für die relativ geringe Verbreitung: Die Ladesäulen sind teuer. 300.000 Euro an Investitionen sind laut E.on für eine Station mit fester Anbindung an das Stromnetz notwendig.

Ladepunkte sollen verdoppelt werden

Die Batterien der Ladesäulen dienen als eine Art Strompuffer im Versorgungsnetz: Sie laden sich über einen gewöhnlichen Stromanschluss über einen längeren Zeitraum auf. Die Abgabe der Ladung an die angeschlossenen Fahrzeuge erfolgt dann im von Autofahrern gewünschten Express-Tempo. Das Versorgungsnetz wird entlastet, weil es nicht die hohen Ladestromstärke für die Express-Ladung von Fahrzeugen bereitstellen muss. Zudem wäre der Betrieb der Säulen nachhaltig: Künftig könnten die akkubetriebenen Säulen ausgemusterten Batterien von Elektroautos zu einem zweiten Leben verhelfen. E.on versichert zudem, in die Säule komme nur grüner Strom.

Volkswagen will noch in diesem Jahr mit der Serienproduktion starten, E.on soll den deutschlandweiten Absatz organisieren. Die Konzerne sehen sich in der Lage, die Zahl der 24.000 öffentlichen Ladepunkte in Deutschland "in drei bis vier Jahren zu verdoppeln". E.on will die Schnelllader in der zweiten Jahreshälfte an sechs Autobahntankstellen testen.