Die Aggression im Straßenverkehr nimmt zu. So empfinden es einer repräsentativen Umfrage des TÜD-Verbandes (VdTÜV) zufolge 67 Prozent von 1.000
Befragten ab 16 Jahren. Sie sehen einen Anstieg des Aggressionslevels in den vergangenen
fünf Jahren. Nur 3 Prozent sind demnach der
Ansicht, die Aggression sei weniger geworden. Ein Fünftel meint, es habe
sich nichts geändert.
Um gegen aggressives Verhalten im Verkehr vorzugehen, brächten härtere Strafen wenig, schätzt der Verband. "Das eigentliche Problem ist ein relativ kleiner Personenkreis, der sich und andere immer wieder massiv gefährdet", sagte der Experte für Verkehrssicherheit, Marc-Philipp Waschke. Diese Menschen neigten zu riskanten Überholmanövern, schnitten andere, führen viel zu dicht auf oder deutlich zu schnell.
Für Menschen mit sechs oder sieben Punkten in Flensburg schlägt er deshalb verpflichtende Fahreignungsseminare vor. 2019 seien
das rund 40.000 Menschen gewesen, hieß es unter Berufung auf Daten des
Kraftfahrt-Bundesamts. Ab acht Punkten müssen Verkehrssünder mit dem
Entzug des Führerscheins rechnen. In den Seminaren könnten Menschen lernen, ihr
Fahrverhalten langfristig zu ändern, hieß es. Für die Teilnahme könne beispielsweise ein Punkt im Flensburger Register erlassen werden, schlägt der Verband vor.