Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) stockt das Budget für den staatlichen Umweltbonus für Elektrofahrzeuge auf. Seit 2020 kann die sogenannte Innovationsprämie beim Kauf eines E-Autos in Anspruch genommen werden, ab September dieses Jahres nur noch von Privatpersonen.

"Um Planbarkeit und Sicherheit für Verbrauchende und Wirtschaft sicherzustellen, wird das BMWK die Mittel für 2023 um mindestens 400 Millionen Euro aufstocken", teilte das Ministerium mit. Für 2023 stehen demnach 2,1 Milliarden Euro für die Kaufprämie zur Verfügung. Davon seien bis zum 3. Juli dieses Jahres bereits 1,72 Milliarden Euro ausgezahlt worden. Das zusätzliche Geld komme aus Programmen des BMWK, deren Ausgaben im laufenden Jahr niedriger ausgefallen seien als erwartet.

Nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beanspruchten in diesem Juni mehr Menschen den Umweltbonus als im März dieses Jahres. Trotzdem liege die Nachfrage für den gesamten Zeitraum noch unter den entsprechenden Werten für die Jahre 2022 und 2021.

"Seit März 2023 sind die Antragszahlen von rund 29.000 auf über 47.000 beantragte Fahrzeuge im Juni angestiegen", teilte das BAFA auf Anfrage mit. Insgesamt seien im ersten Halbjahr 2023 für rund 147.000 Fahrzeuge Anträge gestellt worden. Der Anteil an Privatpersonen darunter erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 43 Prozent auf 48 Prozent. Die restlichen Anträge entfielen laut BAFA auf gewerbliche Leasings, deren Förderung Ende August ausläuft.

Kaufprämie wird sich ab kommendem Jahr verringern

Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung beschlossen, ab dem 1. September 2023 ausschließlich Privatpersonen zu berechtigen, einen Antrag auf den Umweltbonus zu stellen. Neben einer Kürzung der Förderung für Elektroautos liefen außerdem die Zuschüsse für Plug-in-Hybridfahrzeuge Ende 2022 aus.

Nach Angaben des BMWK können Antragssteller derzeit eine Prämie von 4.500 Euro erhalten, wenn sie sich ein batteriebetriebenes Fahrzeug oder eines mit Brennstoffzellen mit einem Nettolistenpreis bis zu 40.000 Euro anschaffen. Über dieser Preisklasse bis zu einem Nettolistenpreis von 65.000 Euro kann man 3.000 Euro an Kaufprämie erhalten. 

Ab dem 1. Januar im kommenden Jahr fällt die Prämie für über 45.000 Euro Nettopreis weg. Von diesem Tag gibt es nur noch 3.000 Euro an Umweltbonus für Fahrzeuge der genannten Kategorie, die bis zu 45.000 Euro netto kosten. "Maßgeblich für die Förderung soll auch zukünftig das Datum des Förderantrags bleiben, der die Fahrzeugzulassung voraussetzt", schreibt das BMWK auf seiner Internetseite.