Berlin (dpa) - Das Ausmaß des Dioxin-Skandals ist noch immer nicht ganz absehbar. Doch der Ruf nach Konsequenzen wird lauter. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will schärfere staatliche Kontrollen und Pflicht-Tests für die Futtermittelbranche. Ob die Länder mitziehen, wird sich bald zeigen.

Was sind die Schwerpunkte des Aktionsplans?

Aigner will schärfere und zusätzliche Kontrollen, schnellere Infos für Verbraucher über belastete Lebensmittel, eine Testpflicht und härtere Strafen für Futtermittelhersteller. Eine schärfere Zulassungspflicht für die Futtermittelbranche und die Trennung der Produktion von Futterfett und technischem Fett will sie per Verordnung durchsetzen, einige andere Pläne per Gesetz.

Sind Frühstücksei und Schweineschnitzel bald sicherer?

Selbst wenn Kontrollen schärfer werden und Futtermittelhersteller mehr auf Zutaten achten - auch Aigner ist skeptisch, dass Skandale mit kriminellem Hintergrund eingedämmt werden können: «Das werden Sie nie zu 100 Prozent ausschließen können.» Sie sieht in den Grenzwerten allerdings weiter keine Gesundheitsgefahr bei einem täglichen Ei oder beim normalen Verzehr von Schweinefleisch und Geflügel. Etwa jedes vierte bisher getestete Ei war dioxinbelastet.

Gelten die geplanten Verschärfungen nur für Dioxin?

Nein. Die Pflicht-Tests für die Futtermittelwirtschaft, die geplanten effizienteren Kontrollen der Länder und die Meldepflicht für Privatlabore zielen generell auf Grenzwerte gefährlicher Stoffe. Nur für Dioxin ist ein Frühwarnsystem vorgesehen. Alle Daten zu Dioxin in Lebensmitteln, Futtermitteln und Umwelt sollen gesammelt werden.