Stoke-on-Trent (dpa) - Kaum hatte Hoffenheim in Bremen die Niederlage beim Trainer-Debüt von Marco Pezzaiuoli kassiert, da wurde Manager Ernst Tanner mit der Nachricht konfrontiert, dass der Transfer des Querulanten Ba zu Stoke City wegen eines nicht bestandenen Medizin-Checks zu scheitern droht.

Der schwierige Stürmer könnte nun ein Dauerproblem und ein extrem teurer Ladenhüter zu werden.    Doch womöglich handelt es sich auch nur um eine Finte von Stoke City, um den Preis für Ba zu drücken. Zwar hatte Stoke- Generaldirektor Tony Scholes zunächst bekräftigt: «Wir werden ihn nicht unter Vertrag nehmen.» Doch Stoke-Trainer Tony Pulis wolle den Senegalesen unbedingt, sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner der «Heilbronner Stimme». Daher habe der Premier-League-Club nun ein Leihgeschäft angeboten.

Darauf wollen die Kraichgauer zwar nicht eingehen, dennoch werde der Club noch einmal mit Stoke Kontakt aufnehmen. Ohnehin hatte die angeblich mangelnde Tauglichkeit von Ba in Hoffenheim Irritationen ausgelöst. «Er hat bei uns in der Hinrunde nahezu alle Spiele gemacht. So sportuntauglich kann er also nicht sein», sagte Tanner der «Welt» (Montag-Ausgabe). Ba hatte in der Hinrunde sechs Tore für 1899 geschossen. «Wir haben gezeigt, dass wir den Ausfall von Luiz Gustavo kompensieren können, den von Demba Ba nicht», kommentierte Tanner das 1:2 bei Werder Bremen.

«Falls er zurückkommt, hat er natürlich einen harten Weg bei uns vor sich, wieder die Akzeptanz innerhalb der Mannschaft, im Umfeld und natürlich auch bei den Fans zu finden - und das würde eine sehr lange Zeit dauern», sagte Trainer Pezzaiuoli. Hoffenheims Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus betonte: «Ich kann mir derzeit nur schwer vorstellen, dass er jemals wieder jubelnd in unsere Fankurve laufen wird. Aber der Spieler gehört weiter dem Verein, und wir werden unseren Pflichten als Arbeitgeber nachkommen.»

Das Problem ist in der Tat, dass ohne den geplanten Ba-Transer eingeplantes Geld für Neuverpflichtungen fehlt. Es sei denn, Mäzen Dietmar Hopp, der nach eigenen Angaben bereits 240 Millionen Euro in den Verein investiert hat, öffnet wieder sein Portemonnaie.

«Wir sind bemüht, Verstärkungen zu finden», sagte Pezzaiuoli nach seiner Einstand-Niederlage. Doch neue Profis müssten auch «menschlich und charakterlich» passen. Auf einen wie Ba trifft das aus Hoffenheimer Sicht wohl weniger zu. Nach dem Streik-Theater nach der Winterpause gibt es kein Zurück für den 25-Jährigen. «Der trainiert nicht bei den Profis», stellte Manager Tanner fest - und schob nach: «Ob er überhaupt trainieren will, ist eine andere Frage.»

Veränderungen sind auf jeden Fall notwendig, wie die Niederlage nach Gegentreffern von Claudio Pizarro (36.) und Torsten Frings (90.+2) sowie dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Boris Vukcevic (87.) zeigte. Vor allem im Sturm fehlte es an Durchsetzungsvermögen. Doch «der Wintermarkt ist schwer», sagte Tanner. Ihm steht die 17- Millionen-Einnahme des nach München gewechselten Gustavo zur Verfügung, aber durch Ba fehlen nun weitere Millionen für neue Spieler. Vorsichtshalber versicherte der neue Trainer: «Wir sind nicht so blauäugig, Geld aus dem Fenster zu schmeißen.»