Oberhof (dpa) - Vier Rennen, vier Siege: Die deutschen Rennrodler haben beim Heim-Weltcup in Oberhof eindrucksvoll ihren Nimbus gewahrt und sich zwei Wochen vor der WM in Glanzform präsentiert.

Die Erfolge fuhren die Olympiasieger Tatjana Hüfner (Oberwiesenthal) und Felix Loch sowie dessen Berchtesgadener Kollegen Tobias Wendl/Tobias Arlt in der Doppelsitzer-Konkurrenz ein. Zum Abschluss gab es für das Quartett dann noch den Sieg in der Team-Staffel. Die deutschen Frauen und Männer waren in den Einsitzer-Konkurrenzen jeweils vierfach vorn.

Insgesamt sicherte sich das Team von Bundestrainer Norbert Loch neun von zehn möglichen Podestplätzen und zudem alle vierten Ränge. Den totalen Erfolg verhinderten allein Christian Oberstolz/Patrick Gruber als Doppelsitzer-Zweite. Die Südtiroler hatten vor vier Jahren den bislang letzten ausländischen Sieg in Oberhof gelandet.

«Unsere Vorbereitung auf die WM läuft sehr gut, auch wenn man in Cesana nicht die Dominanz von Oberhof erwarten sollte», schätzte Bundestrainer Loch ein. Sein WM-Aufgebot ist bis auf ein mögliches drittes Doppel komplett. Das letzte Ticket können sich die Zella-Mehliser Daniel Rothamel/Chris Rohmeis beim kommenden Rennen in Altenberg sichern.

«Die Oberhofer Bahn ist schon sehr speziell, eine echte Rodelbahn eben. Da können wir unseren Heimvorteil mehr als auf anderen Anlagen ausspielen, die für Rodeln und Bob konstruiert wurden», stimmte Hüfner ihrem Chef zu. «Wichtig ist für mich, dass Form und Material stimmen», fügte sie an, nachdem die in Oberhof trainierende Rennrodlerin im zweiten Lauf ihrer Dauerkontrahentin Natalie Geisenberger auch den Startrekord abgenommen hatte.

Hüfner schaffte den 104. Weltcup-Sieg in Serie für die deutschen Frauen mit mehr als vier Zehntelsekunden Vorsprung vor Geisenberger, die ihrerseits mehr als eine halbe Sekunde vor Anke Wischnewski lag. «Klassenunterschiede» nannte das die in Oberhof wohnende Sarajevo- Olympiasiegerin Margit Schumann.

Am Vortag hatte Felix Loch dank eines fast fehlerfreien zweiten Durchgangs mit 0,232 Sekunden vor den drei Thüringern Andi Langenhan, David Möller und Jan Eichhorn gewonnen. «Wir sind jetzt auf einem guten Weg Richtung WM, wollen dort voll angreifen», bemerkte der Olympiasieger. Möller als Dritter freute sich, dass «der erste Härtetest des für die WM umgebauten Schlittens gelungen ist».