Berlin/Ushuaia (dpa) - Eine angebliche Meuterei auf der «Gorch Fock», mögliche Vertuschung im Fall eines erschossenen Soldaten und keine Spur im Skandal um geöffnete Feldpost - in der Bundeswehr reiht sich Affäre an Affäre.

Das Segelschulschiff «Gorch Fock», der Stolz der Marine, legte am Donnerstag im argentinischen Hafen Ushuaia an. Dort wartet nun die Besatzung auf ein Team von Marine-Ermittlern, das sich rasch auf den Weg machen will. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sicherte «rückhaltlose Aufklärung» der Affäre zu.

Im Fall eines Soldaten, der vor Weihnachten erschossen in Nordafghanistan aufgefunden worden war, ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera wegen fahrlässiger Tötung.

«Aus der Waffe eines anderen Soldaten soll sich ein Schuss gelöst haben», sagte der leitende Oberstaatsanwalt aus Gera, Thomas Villwock. Die wahren Umstände des Unfalls sind noch immer nicht öffentlich.

Von Abgeordneten der CDU und den Grünen im Verteidigungsausschuss des Parlaments kommt deshalb Kritik an einer mangelhaften Informationspolitik des Ministeriums, wie die «Stuttgarter Zeitung» (Freitag) berichtet.

Weiter unklar ist, wer hinter der heimlich geöffneten Feldpost in Afghanistan steckt.

Guttenberg verwahrte sich gegen Pauschalurteile über Soldaten der Bundeswehr. «Es ist die ganz überwältigende Mehrzahl, die einen erstklassigen Dienst leistet.»