Melbourne (dpa) - König Rafael hatte es auch bei seinem zweiten Auftritt eilig. Gerade einmal 102 Minuten hielt Branchenprimus Nadal bei den Australian Open Hof, dann hatte er sich seiner Pflichtaufgabe in der zweiten Runde gegen den Amerikaner Ryan Sweeting problemlos entledigt.

Für die deutschen Tennis-Herren ist das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres dagegen schon wieder vorbei. Als letzter Deutscher schied Benjamin Becker in der zweiten Runde aus. Erstmals seit sieben Jahren schaffte es damit kein deutscher Profi in die dritte Runde. Auch Kristina Barrois verpasste ein Weiterkommen deutlich.

Nadal dagegen hielt Kurs. Völlig entspannt packte der 24-Jährige nach dem 6:2, 6:1, 6:1 seine Klamotten und freute sich danach auf einen freien Tag. «Vielleicht gehe ich ins Aquarium. Da war ich in diesem Jahr noch nicht», sagte der Spanier gelassen.

Nervosität wegen des Geredes über seinen möglichen «Rafa Slam»? Fehlanzeige. «Wenn ich zwei Tage vor dem nächsten Spiel schon nervös wäre, hätte ich ein Problem», sagte Nadal, der in der dritten Runde auf den hoffnungsvollen Australier Bernard Tomic trifft. Beim 18-jährigen Publikumsliebling war die Gefühlslage vor dem Duell mit dem Sieger der vergangenen drei Grand-Slam-Turniere dagegen komplett entgegengesetzt. «Ich kann noch gar nicht glauben, dass ich gegen ihn spiele. Ein Traum wird wahr», sagte Tomic, der den an Nummer 31 gesetzten Spanier Feliciano Lopez ausgeschaltet hatte.

Anders als Titelverteidiger Roger Federer, der sich über fünf Sätze gegen den Franzosen Gilles Simon in die dritte Runde gequält hatte, trumpft Nadal bislang sehr souverän auf. «Es war ein solides Match», sagte der Mallorquiner. «Ich bin sehr zufrieden.»

Völlig unzufrieden waren dagegen Becker und Barrois. Zwei Tage nach seiner starken Leistung gegen den Letten Ernests Gulbis fand Becker gegen den Ukrainer Alexander Dolgopolow beim 3:6, 0:6, 6:3, 6:7 (3:7) überhaupt kein Rezept. «Ich bin natürlich riesig enttäuscht», sagte der Mettlacher. «Ich habe es nicht geschafft, die richtige Taktik gegen seine unorthodoxe Spielweise zu finden.»

Für Barrois war die Aufgabe gegen die an Nummer 16 gesetzte Russin Anastasia Pawljutschenkowa einfach eine Nummer zu groß. «Es ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte», sagte die Saarländerin nach dem deutlichen 2:6, 2:6 in gerade einmal 65 Minuten. Barrois konnte es ihren beiden Fed-Cup-Kolleginnen Andrea Petkovic und Julia Görges damit nicht nachmachen, die in die dritte Runde eingezogen waren.