Melbourne (dpa) - Andrea Petkovic steht zum zweiten Mal in ihrer Karriere im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Bei den Australian Open profitierte sie von der Aufgabe ihrer Gegnerin Venus Williams. Julia Görges schied nach großem Fight aus.

Als Venus Williams nach missglücktem Return laut aufschrie, war die Tür zum Achtelfinale für Andrea Petkovic endgültig offen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelte die amerikanische Tennis-Diva im Drittrundenspiel der Australian Open nach gerade einmal sechs Minuten zu ihrem Stuhl und verlangte nach einem Arzt - kurze Zeit später ging die ehemalige Nummer eins der Welt auf Petkovic zu und gratulierte ihr zum Einzug ins Achtelfinale von Melbourne. Erst sieben Ballwechsel waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.

«Es war schon ein bisschen komisch. Auf der einen Seite bin ich natürlich froh, in der vierten Runde zu stehen. Auf der anderen Seite hätte ich sie lieber geschlagen», beschrieb die Darmstädterin nach einer der kürzesten Late-Night-Sessions in der Historie der Australian Open ihre Gefühlswelt. «Ich habe mich richtig gut gefühlt und war heiß darauf zu zeigen, dass ich sie besiegen kann.»

Wie schon bei den US Open im vergangenen Jahr profitierte Petkovic in der dritten Runde von einer Verletzung ihrer Gegnerin. In Flushing Meadows war die Chinesin Shuai Peng gar nicht erst angetreten. «Ich hoffe, ich ziehe das Pech für meine Kolleginnen nicht an», sagte der neue Hoffnungsträger im deutschen Tennis. «Es tut mir sehr leid für sie, sie ist ein Champ.»

Im zweiten Grand-Slam-Achtelfinale ihrer Karriere trifft die 23-Jährige nun auf die Russin Maria Scharapowa, die Julia Görges in einem hochklassigen Spiel mit 4:6, 6:4, 6:4 niederrang und damit ein deutsches Duell in der vierten Runde verhinderte. «Ich finde, die Jule hat überragend gespielt. Sie hat mir gezeigt, wie ich es gegen Scharapowa machen muss», lobte Petkovic ihre Fed-Cup-Kollegin für deren selbstbewusstes und druckvolles Auftreten im mit Spannung erwarteten Beauty-Duell.

«Es war einfach geil, da draußen vor so vielen Leuten zu spielen. Ich habe gezeigt, dass ich Spielerinnen wie sie schlagen kann», sagte Görges trotz der bitteren Niederlage stolz. «Ich kann mir nicht viel vorwerfen. Ich denke, aus diesem Spiel kann ich sehr viel Positives mitnehmen», meinte die 22-Jährige nach ihrem tollen Fight über 2:28 Stunden.

Petkovics erster Auftritt in der großen Rod Laver Arena dagegen war schnell wieder vorbei. Dabei hatte sich die deutsche Nummer eins auf ein langes Match eingestellt. «Ich habe sie beim Warmmachen in der Kabine beobachtet, da hat sie sich ganz normal vorbereitet. Von daher bin ich von einem Drei-Satz-Match ausgegangen», erzählte die Hessin.