Kitzbühel (dpa) - Erster Kitzbühel-Sieg für Ivica Kostelic, ein weiterer Erfolg für Lindsey Vonn in Cortina - aber auch nach dem schnellen Übergang zum Tagesgeschäft überlagerte der schreckliche Sturz von Hans Grugger die Weltcup-Rennen.

Wenigstens ein paar Sorgen konnten die Mediziner am Tag nach der mehr als fünfstündigen Not-Operation zerstreuen. Nach der ersten Nacht bestand beim 29-Jährigen, der sich beim Trainingssturz schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte, keine Lebensgefahr. «Wir sind alle bei Hans. Wir hoffen, dass es irgendwie wieder gut geht», sagte Benjamin Raich, der bei Kostelics Super-G-Sieg nur knapp einen Sturz vermeiden konnte.

Raich atmete erleichtert auf, als er die Bilder seiner eigenen Fahrt auf dem Bildschirm sah und war «froh, dass ich hier stehen und reden kann.» Und auch bei den Damen waren die fürchterlichen Bilder vom Alpin-Spektakel in Kitzbühel noch Thema. «Wie schlimm, das ist sehr schockierend», sagte Maria Riesch, die sich beim Super-G in Cortina d'Ampezzo mit Rang neun begnügen musste.

Bilder von dem Trainings-Unfall mochten weder Riesch noch die im Gesamtweltcup wieder näher herangekommene Vonn sehen. Denn beim Kampf um Sekunden und Siege müssen sich alle auf ihre eigenen Aufgaben konzentrieren. Die Damen in Cortina und erst recht die Herren, wenn es auf so eine gefährliche Strecke wie die Streif geht.

Einen Tag vor der berühmt-berüchtigten Hahnenkamm-Abfahrt als Höhepunkt des Renn-Wochenendes betonte auch Verbandspräsident Peter Schröcksnadel, dass keiner die schrecklichen Bilder vom Vortag vergessen hatte. «Ganz wegstecken wird das niemand, die Stimmung ist nicht die beste ist klar», sagte Schröcksnadel. «Aber damit muss man leider umgehen können.»

Das gelang vielen nicht. Gleich vier Österreicher schieden aus, wie Raich konnte auch Michael Walchhofer nur knapp einen Sturz vermeiden. Insgesamt kamen 23 von 60 Startern, darunter auch Tobias Stechert, nicht ins Ziel - verletzt wurde aber niemand.

«So einen Sturz wie den von Hans Grugger trägt man schon mit. Aber in der Abfahrt werden alle schon wieder hinlangen, davon kann man ausgehen», sagte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier, der Andreas Sander auf Rang 31 eine respektable Leistung bescheinigte.