München (dpa) - Das Gerangel um die Aufstiegsränge wird immer heftiger - und Hertha BSC ist wieder ganz vorne dabei. Mit dem 4:2-Zittersieg am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf übernahmen die Berliner erstmals seit dem 12. Spieltag wieder die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga.

«Wir haben eine Vielzahl hochkarätiger Chancen nicht genutzt, deshalb mussten wir bis zum Schluss zittern», stellte Hertha-Trainer Markus Babbel nach dem schwer erkämpften Erfolg erleichtert fest. Im Kampf um die begehrten Spitzenplätze ist der Top-Favorit aus Berlin nicht allein: Mindestens sieben weitere Mannschaften können sich noch Hoffnungen auf den Aufstieg in die Bundesliga machen.

Neben Hertha und Energie Cottbus (2:1 gegen Bielefeld) waren der FSV Frankfurt und die SpVgg Greuther Fürth die Gewinner des 19. Spieltags. Der FSV fertigte Rot-Weiß Oberhausen nach einem Dreierpack von Sascha Mölders und einem weiteren Treffer von Mario Fillinger mit 4:0 ab und kamen bis auf zwei Punkte an Platz drei heran. Dem Tabellenvierten Fürth reichte das erste Profitor des erst 18-jährigen Felix Klaus (76. Minute) zum 1:0 gegen Union Berlin.

Wertvolle Punkte im Aufstiegsrennen büßten der FC Augsburg (1:1 in Paderborn) und der MSV Duisburg (1:1 in Ingolstadt) ein. Aufsteiger Erzgebirge Aue kann von den Patzer der Konkurrenz profitieren, wenn das Verfolger-Duell an diesem Montag (20.15 Uhr) beim VfL Bochum gewonnen werden sollte. Außerdem haben die Sachsen noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.

Hertha musste Schwerstarbeit verrichten, um den gleichwertigen Gegner aus Düsseldorf in einer leidenschaftlich umkämpften Partie zu bezwingen. Adrian Ramos als Doppeltorschütze, Pierre-Michael Lasogga und Nikita Rutavytsya machten Berlins glücklichen Erfolg perfekt. Für die zuvor in fünf Partien ungeschlagenen Düsseldorfer war Kapitän Andreas Lambertz (21./68.) zwei Mal erfolgreich. «Es war ein Arbeitssieg, aber wir haben wieder gezeigt, dass wir zuhause ein Macht sind», sagte Berlins Torschütze Lasogga.

Cottbus kratzt nach dem 2:1 und gleich drei Elfmetern gegen Bielefeld wieder an den Aufstiegsrängen, doch Trainer Claus-Dieter Wollitz will davon nichts wissen. «Wir wollen Platz drei - das haben die Spieler gesagt. Wenn sie den erreichen wollen, müssen sie anders spielen», kritisierte er und forderte sein Team vor dem Pokal-Hit am Mittwoch gegen 1899 Hoffenheim auf, den offensichtlich lähmenden Aufstiegsdruck abzulegen: « Wir stecken in einer Entwicklung und sollten uns davon frei machen, ganz oben anzugreifen».

Im Tabellenkeller gehen bei Bielefeld langsam die Lichter aus, doch Trainer Ewald Lienen hat die Hoffnung auf den Klassenverbleib noch nicht aufgegeben: «Wir treten vielleicht in der Tabelle auf der Stelle, aber kämpferisch und spielerisch entwickeln wir uns stetig». Beim Tabellenvorletzten FC Ingolstadt macht sich Torwart Sascha Kirschstein damit Mut, dass «die entscheidenden Spiele erst kommen».