Melbourne (dpa) - Andrea Petkovic tanzte nach dem bislang größten Erfolg ihrer Karriere im Achtelfinale der Australian Open beim Sieg über Maria Scharapowa zunächst ausgelassen über den Centre Court, dann verteilte sie Ratschläge an den Tennis-Nachwuchs.

«Hört nie auf eure Eltern, dann spielt ihr irgendwann in der Rod Laver Arena», meinte Deutschlands derzeit beste Tennisspielerin nach dem Einzug ins Viertelfinale der Australian Open. Mit 6:2, 6:3 fegte die 23-Jährige die Russin in Melbourne aus dem Stadion und schaffte damit erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier den Sprung unter die besten Acht. Und das, obwohl ihr Vater eigentlich nie wollte, dass seine talentierte Tochter Tennisprofi wird.

«Er hat es gut gemeint, weil er selbst Profi war und weiß, welcher Druck auf einem lastet», sagte die Darmstädterin, die sich 2006 aber doch durchsetzte und für den Job als Tennisspielerin entschied. Zwei Jahre später schien ihre Laufbahn aber fast schon wieder beendet, als sie sich in Melbourne in der ersten Runde das Kreuzband riss.

Doch die ehrgeizige Hessin kämpfte sich in der acht Monate langen Reha zurück. «Die Verletzung war eine Initialzündung für mich. Bis dahin wusste ich nicht, ob ich wirklich Profi werden will. Doch in der Reha habe ich gemerkt, dass Tennis genau das ist, was ich will», sagte Petkovic.

Ausgerechnet am Ort der schweren Verletzung scheint sie nun endgültig in der erweiterten Weltspitze angekommen. Der Sieg über Scharapowa soll aber nicht das Ende der Reise gewesen sein. «Ich will den Sieg nicht zu sehr glorifizieren, schließlich will ich noch ein paar Mal öfter im Viertelfinale eines Grand Slams stehen», sagte die im bosnischen Tuzla geborene Serbin.

Gegen Scharapowa beeindruckte die Politikstudentin von Beginn an mit ihrem druckvollen Spiel, dem die ehemalige Weltranglisten-Erste nichts entgegen zu setzen hatte. «Das war heute einfach einer dieser Tage, an denen nichts funktioniert», sagte Scharapowa, die in der dritten Runde die Bad Oldesloerin Julia Görges ausgeschaltet hatte.

Dieses Mal unterliefen der russischen Beauty-Queen aber 30 leichte Fehler. Auch Petkovic war daher bewusst, dass die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin einen schwächeren Tag erwischt hatte. «Sie hat definitiv nicht ihr bestes Tennis gespielt», sagte die extrovertierte Musik-Liebhaberin. «Aber ich denke, ich habe auch ein bisschen dazu beigetragen.»