New York (dpa) - Die Zeit der Bescheidenheit ist auch bei der staatlich geretteten US-Großbank Citigroup vorbei. Bankchef Vikram Pandit, der in den Krisenjahren nur 1 Dollar Grundgehalt im Jahr kassierte, bekommt ab sofort mindestens 1,75 Millionen Dollar (1,3 Mio Euro) aufs Konto überwiesen.

Üblich ist zudem ein Bonus, meist in Form von Aktien. «Der Verwaltungsrat ist sehr zufrieden mit den Fortschritten, die die Bank unter Vikrams Leitung gemacht hat», begründete Verwaltungsratschef Richard Parsons die satte Lohnerhöhung am Freitag. Pandit habe das Haus zurück auf Gewinnkurs gebracht. Eine Lohnerhöhung sei deshalb mehr als verdient, sagte Parsons.

Die Citigroup galt einst als der Stolz der New Yorker Finanzwelt und war eines der größten Geldhäuser weltweit. Sie verspekulierte sich jedoch wie so viele Konkurrenten am US-Hypothekenmarkt und musste vom Steuerzahler mit 45 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.

Der gebürtige Inder Pandit übernahm Ende 2007 das Ruder. Er trennte sich radikal von Problemsparten. Zehntausende Stellen fielen dabei weg. Das deutsche Privatkundengeschäft verkaufte Pandit an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel. Die einstige Citibank firmiert hierzulande nun unter Targobank.

Pandit gelang es mit dem Rückenwind der wirtschaftlichen Erholung, die Citigroup in die schwarzen Zahlen zurückzubringen und dem Steuerzahler sein Geld mit einem satten Aufschlag zurückzugeben. Die Bank verdiente im vergangenen Jahr unterm Strich 10,6 Milliarden Dollar. Das Schlussquartal fiel jedoch enttäuschend aus.