Antholz (dpa) - Michael Greis nahm kurz vor dem Ziel die deutsche Fahne in die Hand und ließ sich nach dem zweiten Staffelsieg der Saison überschwänglich feiern, Magdalena Neuner hatte nach ihrer Weltcup-Rückkehr mit Platz sechs in Antholz nur einen Wunsch.

«Jetzt werde ich mich richtig auskurieren», sagte die Doppel-Olympiasiegerin nach dem Massenstart-Wettkampf. Seit dem Olympiasieg in Turin 2006 hatte es für Deutschlands Männer bis zu dieser Saison keinen Staffelsieg mehr gegeben. Vor der Weltmeisterschaft in Sibirien im März gab es bereits zwei Erfolge. Zuletzt war die Staffel in Oberhof erfolgreich gewesen, nun setzte sie in Südtirol noch einen drauf. «Hut ab, besser kann man es nicht machen», sagte Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Über die 4 x 7,5 Kilometer gewann das Quartett in der Besetzung Christoph Stephan, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Greis in 1:10,17,2 Stunden dank einer starken Leistung am Schießstand souverän vor Italien (18,6 Sekunden zurück). «Nicht die anderen haben Fehler gemacht, sondern wir haben es aus eigener Kraft geschafft», sagte Peiffer. Genau wie Greis war Peiffer beim Massenstart als Fünfter knapp am Podest vorbei gelaufen. Greis war Sechster geworden.

Im Damen-Massenstart kam die zuletzt so stark auftrumpfende Andrea Henkel nach drei Schießfehlern auf Rang 15. «Ich bin ganz schön kaputt, bin froh, dass jetzt eine Pause kommt», sagte sie. Nach ebenfalls drei Fehlern, allerdings im Stehendanschlag, fehlten Magdalena Neuner 35,1 Sekunden auf Serien-Siegerin Tora Berger aus Norwegen. «Ich freue mich, dass ich es gut überstanden habe mit einem sehr guten sechsten Platz», sagte die Bayerin. Sie hatte auf den Sprint-Wettkampf wegen einer Erkältung verzichten müssen.

Am Vortag hatte Tora Berger noch den Staffel-Podestplatz der Norwegerinnen verschenkt, war fünfmal durch die Strafrunde gehetzt. Davon profitierten die deutschen Mädchen, die nach insgesamt vier Extra-Runden eigentlich schon abgeschlagen waren. Doch Andrea Henkel führte das DSV-Quartett noch auf Rang drei.

Das ohne Neuner gestartete Team hatte bei der WM-Generalprobe nach den 4 x 6 Kilometern allerdings 2:20,1 Minuten Rückstand auf Olympiasieger Russland. «Wir sind mit einem riesigen blauen Auge davongekommen», sagte Bundestrainer Gerald Hönig. «Bei der WM ist ja auch die Lena wieder dabei», meinte Andrea Henkel.

Zwar gab es in den ersten 14 der 26 Weltcuprennen nur einen Weltcup-Sieg durch Neuner, aber weitere 13 Podestplätze und sogar drei Staffel-Erfolge: Vor dem letzten Saison-Drittel mit der Weltmeisterschaft in Sibirien sind die deutschen Skijäger immer besser in Schwung gekommen. «Wir sind auf einem guten Weg», sagte Müssiggang. Für die Titelkämpfe in Chanty Mansiysk (1. bis 13. März) gibt der neue starke Mann im deutschen Biathlon die Ziele vor: «Vier Medaillen sollten es schon sein.»