Zakopane (dpa) - An der Stätte seines ersten Weltcupsieges ist Michael Uhrmann wie Phoenix aus der Asche gestiegen und zum ersten Mal seit vier Jahren wieder auf das Podest geflogen.

Mit dem dritten Rang beim Skisprung-Weltcup in Zakopane meldete sich der 32 Jahre alte Routinier fünf Wochen vor der Weltmeisterschaft eindrucksvoll in der Weltspitze zurück und bescherte den DSV-Adlern zwei Tage nach dem dritten Platz von Severin Freund das nächste Erfolgserlebnis. «Das ist ein ziemlich großer Tag für mich. Nach meinem Crash 2007 bei der WM in Japan bin ich nie wieder auf das Podest gekommen. Das hatte ich mir immer als Ziel gesetzt, jetzt habe ich es gepackt», sagte Uhrmann über seinen Höhenflug in der Hohen Tatra, wo er vor sieben Jahren den ersten von zwei Karrieresiegen gefeiert hatte.

Nach Sprüngen auf 120 und 131,5 Meter musste Uhrmann lediglich dem erstmals siegreichen Polen Kamil Stoch (123+128) und Tom Hilde aus Norwegen (123+127) den Vortritt lassen. Freund auf Platz sechs und Martin Schmitt als Elfter komplettierten das glänzende Ergebnis der DSV-Starter.

Es war der insgesamt 15. Podestplatz für Uhrmann, der letztmals am 10. Februar 2007 als Zweiter in Willingen dieses Glücksgefühl hatte auskosten können. Kurz darauf hatte er sich bei einem Sturz im WM- Training von Sapporo einen komplizierten Mittelfußbruch zugezogen und danach nicht wieder zu alter Stärke zurückgefunden. «Heute ist alles aufgegangen. Schön, dass ich es geschafft habe», meinte der überglückliche Familienvater.

Schon zuvor hatte der Mannschafts-Olympiasieger von 2002 mit Platz zehn seinen Aufwärtstrend unterstrichen. Damit war nach einem völlig verkorksten Saisonstart noch bei der Vierschanzentournee nicht zu rechnen gewesen. «Ich habe nicht aufgegeben und mich da rausgekämpft. Im hohen Alter von 32 ist das schon ganz okay», stellte Uhrmann zufrieden fest.

Das Problem mit der Bindung ist abgehakt, das Selbstvertrauen zurückgekehrt. «Ich habe nie aufgehört, weiterzuarbeiten. Das zahlt sich jetzt aus. Und körperlich bin ich sehr gut beieinander, da habe ich im Sommer viel investiert. Das passt», erklärte Uhrmann.

Getrübt wurde die Freude nur durch einen Sturz von Lokalmatador Adam Malysz, der sich zum Entsetzen der knapp 30 000 Fans eine Knieverletzung zuzog und sofort zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht wurde. Bei starkem Schneefall hatte Polens Skisprung-Held nach der Landung im ersten Durchgang den Ski verkantet und dadurch die Balance verloren.