Sinsheim (dpa) - David Alaba hat 1899 Hoffenheim beim Heim-Debüt von Coach Marco Pezzaiouli vor einer Niederlage bewahrt. Durch den Treffer des Neuzugangs von Bayern München in der 90. Minute erreichten die Kraichgauer ein 2:2 (1:0) gegen Aufsteiger FC St. Pauli.

Nach dem Treffer von Gerald Asamoah (81.) hatten sich die Hamburger bereits wie der Sieger gefühlt. Marvin Compper (29.) hatte das nun seit sechs Spielen sieglose 1899-Team vor 29 300 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim in Führung gebracht, doch nach der Pause drehten die Kiez-Kicker auf und kamen durch Max Kruse (51.) zum Ausgleich. Trotz des Punktgewinns fiel St. Pauli in der Fußball-Bundesliga auf Relegationsplatz 16 zurück.

«Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Wir haben versucht, das Gas rauszunehmen, aber dann den Schalter nicht mehr umlegen können», ärgerte sich Hoffenheims Torhüter Tom Starke über das Remis. Auch bei den Gästen aus Hamburg überwog nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung. «Wenn man kurz vor Schluss 2:1 führt und dann nur mit einem Punkt nach Hause fährt, dann tut das weh», räumte Torschütze Asamoah ein. «Das war ein Spiel, das wir gewinnen mussten. Die Hoffenheimer haben doch um eine Niederlage gebettelt», erklärte auch Sportchef Helmut Schulte.

Obwohl Sejad Salihovic nach Ablauf seiner Sperre im Mittelfeld wieder die Fäden zog, fiel 1899 zunächst wenig ein, um das St. Pauli- Bollwerk zu knacken. Die Gastgeber waren zwar deutlich feldüberlegen, zwingende Aktionen besaßen indes Seltenheitswert. Dabei hatte sich Compper bereits in der 9. Minute nach Salihovic-Freistoß eine Großchance geboten.

Nach knapp einer halben Stunde gab es für St. Pauli-Coach Holger Stanislawski gleich doppelt Grund zum Ärger. Wie schon zuletzt so häufig kassierte seine Elf nach einer Standardsituation ein Gegentor. Sebastian Rudy schlug einen Freistoß hoch in den Strafraum und Compper drückte den von Freund und Feind verpassten Ball über die Linie. Vorausgegangen war allerdings ein nicht geahndetes Foul von Isaac Vorsah an Gäste-Spieler Fabian Boll.

Die Führung ließ die Hoffenheimer Fans für einen Moment ihren Frust vergessen. Mit Plakaten und Schmähungen («Wunderba, sonderba, untragba») hatten sie zuvor ihren Unmut gegen Angreifer Demba Ba kundgetan, der mit seinem Streik seinen Wechsel auf die britische Insel provoziert hatte. Weiter unklar ist, ob Ryan Babel vom FC Liverpool nach Hoffenheim kommt.

Der Aufsteiger aus Hamburg beschränkte sich vor der Pause fast ausschließlich auf die Defensivarbeit und kam nur einmal zum Abschluss. In der 11. Minute zog Kruse aus 16 Metern ab, doch Starke ließ sich nicht überraschen. Sechs Minuten nach Wiederbeginn machte es der 22-jährige St. Pauli-Angreifer besser, als er den Ball unhaltbar zum Ausgleich in die lange Ecke schlenzte. Kurz zuvor hatte Thomas Kessler auf der Gegenseite dem 0:2 im Weg gestanden, als er beim Querschläger von Matthias Lehmann ein Eigentor verhinderte.