San Francisco (dpa) ­ Genetiker haben eine neue Wolfsart in Afrika aufgezeigt. Das internationale Forscherteam entdeckt anhand genetischer Merkmale, dass eine Unterart der Goldschakale in Wirklichkeit eher zu den Wölfen zählt, und damit eng verwandt mit den grauen Wölfen der nördlichen Kontinente ist.

Es handle sich um Canis aureus lupaster, bislang eine Unterart der in Ägypten und Äthiopien häufigen Goldschakale, berichtet Nils Stenseth von der Universität Oslo im Online-Journal «PLoS ONE». Diese werde nach den genetischen Analysen nun als einzige afrikanische Wolfsart angesehen.

Schon im neunzehnten Jahrhundert war dem berühmten Evolutionsforscher Thomas Huxley die Ähnlichkeit dieser Unterart der Schakale mit den europäischen Wölfen aufgefallen. Die Untersuchung der DNA seiner Mitochondrien zeigte nun, dass C. aureus lupaster wirklich viel eher ein Wolf als ein Schakal ist und enge Verwandtschaftsbeziehungen mit den Wölfen des Nordens bestehen. Da er der einzige Vertreter der Gruppe der Wölfe in Afrika lebt, könnte man ihn «Afrikanischer Wolf» nennen, schlagen die Forscher vor.

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass die Wölfe, die sich im Norden entwickelten, bereits vor etwa drei Millionen Jahren Afrika besiedelten, ebenso wie Indien und den Himalaya. Erst später begann ihre große Ausbreitung über alle Nordkontinente. Wölfe kommen heute in Europa, Asien und Nordamerika in etwa 30 verschiedenen Unterarten vor. Goldschakale sind in Ägypten und Äthiopien häufig. Wie viele davon jedoch wirklich «Afrikanische Wölfe» seien, bleibe noch zu untersuchen, schreiben die Wissenschaftler. Ebenso sei unklar, ob diese gefährdet seien.