FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> hat am Donnerstag seinen Höhenflug nach Inflationswarnungen der Europäischen Zentralbank (EZB) fortgesetzt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3728 US-Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7283 Euro wert. In der Spitze erreichte der Euro mit 1,3759 Dollar den höchsten Stand seit November. Die EZB hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3716 (Mittwoch: 1,3681) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7291 (0,7309) Euro.

"Die erneuten Warnungen von EZB-Vertretern vor steigenden Inflationsrisiken hat den Euro gestützt", sagte Stephan Rieke Devisenexperte bei der BHF-Bank. Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi hatte vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs der Importpreise vor Preisgefahren gewarnt. Die derzeit expansive Geldpolitik der Notenbanken könnte zudem zu neuen Problemen im Bankensektor führen. Laut Rieke scheint die EZB vorsichtig eine Wende in ihrer Geldpolitik vorzubereiten. Sie stehe damit im deutlichen Kontrast zur US-Notenbank (Fed) die am Mittwochabend noch keine Inflationsgefahren sah und die Fortsetzung ihrer konjunkturstützenden Politik signalisierte. In Deutschland war die Inflationsrate im Januar hingegen wegen steigender Energiepreise von 1,7 Prozent im Vormonat auf 1,9 Prozent gestiegen. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten jedoch mit einem etwas stärkeren Anstieg auf 2,0 Prozent gerechnet.

Der Yen geriet am Donnerstag nach einer Herabstufung der japanischen Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stark unter Druck. In der ersten Herabstufung seit dem Jahr 2002 hatte die Ratingagentur ihre Bewertung von "AA" auf "AA-" gesenkt. Der Euro stieg von 112,48 Yen vor der Veröffentlichung auf 113,79 Yen am Nachmittag. Eine starke Belastung erwartet Rieke für den Yen jedoch nicht: "Japan hat zwar einen sehr hohen Schuldenstand, andererseits verfüge das Land über hohe Auslandsvermögen und ist zudem vor allem in Inland verschuldet. Es ist jedoch ein Warnruf an die japanische Regierung." Die jüngste Aufwärtstendenz des Yen zum US-Dollar könnte jedoch zu einem Ende kommen.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85955 (0,86325) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 113,90 (112,47) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2940 (1,2922) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> festgelegt. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.334,50 (1.328,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30.780,00 (30.790,00) Euro.