Libertyville (dpa) - Der Handy-Hersteller Motorola Mobility ist mit einem Gewinn in die Selbstständigkeit gestartet.

Der Privatkunden-Zweig des aufgespaltenen Telekommunikations-Urgesteins verdiente im vierten Quartal unterm Strich 80 Millionen Dollar (59 Mio Euro), nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 204 Millionen Dollar angefallen war. Allerdings soll das Glück nur kurz anhalten: Schon im laufenden Quartal erwartet das Management wieder ein Minus. Die Aktie brach nachbörslich um mehr als 6 Prozent ein.

Die kurzzeitige Wende gelang Motorola vor allem durch seine erfolgreichen Smartphones, wie Firmenchef Sanjay Jha am späten Mittwoch (Ortszeit) in Libertyville (US-Bundesstaat Illinois) ausführte. Motorola wurde um Weihnachten herum 4,9 Millionen Smartphones los und damit mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Der Gesamtumsatz - wozu auch herkömmliche Handys und Kabelfernseh-Empfangsgeräte beitrugen - stieg um 21 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.

Doch dem Unternehmen droht harte Konkurrenz von asiatischen Wettbewerbern wie Samsung oder HTC - und vor allem von Apple mit dessen iPhone. Der zweite große US-Mobilfunkbetreiber Verizon wird das Kult-Smartphone ab dem Februar anbieten. Bislang durfte in den Vereinigten Staaten nur AT&T das iPhone vertreiben. Verizon wich unter anderem zu Modellen von Motorola aus. Diese «sichere Bank» scheint nun verloren.

Seit Anfang Januar gehen Motorola Mobility und die Firmenkunden-Schwester Motorola Solutions getrennte Wege. Motorola Solutions stellt unter anderem Barcode-Scanner, Sicherheitssysteme und Funkgeräte her. Losgelöst von einander versprechen sich beide Firmen bessere Chancen. Das Handygeschäft war lange Sorgenkind des Gesamtkonzerns, nachdem es an einem Nachfolger für das erfolgreiche Klapphandy Razr gefehlt hatte.