Bogotá (dpa) - Bei dem Minenunglück im Norden Kolumbiens sind wesentlich mehr Bergleute ums Leben gekommen als bislang angenommen.

Nach «vorläufigen Untersuchungen» starben mindestens 20 Arbeiter bei der Gasexplosion in der Mine «La Preciosa», wie das staatliche kolumbianische Geologie- und Bergbauinstitut (Ingeominas) am Mittwoch in einer offiziellen Erklärung mitteilte. Weitere sechs Kumpel seien bei dem Unglück nahe des Ortes Sardinata verletzt worden.

Rettungsteams und Einheiten des Militärs waren mit einem Hubschrauber vor Ort. Das Unglück wurde vermutlich durch eine Metangas-Explosion ausgelöst. Die Detonation ereignete sich am Mittwochmorgen um 6.50 Uhr (Ortszeit). Ein Zivilschutzmitarbeiter sagte dem Sender «Radio Nacional de Colombia», dass vier Tote im Stollen gefunden worden seien. Ein Kumpel sei im Krankenhaus gestorben. Ob die anderen Leichname schon geborgen werden konnten, war zunächst unklar.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos wurde bei seinem Frankreich-Aufenthalt über das Unglück informiert. Er stehe in ständigen Kontakt mit dem Bergbau- und Energieminister, um die notwendigen Maßnahme abzustimmen, hieß es. Parallel zum Minenunglück in Sardinata wurde am Mittwoch der Tod zweier Bergleute im Zentralkolumbien gemeldet. 2010 kamen in dem südamerikanischen Land etwa 100 Arbeiter bei Minen-Unfällen ums Leben.

Im «Preciosa»-Bergwerk hatte es am 3. Februar 2007 ein ähnliches Unglück gegeben. Damals waren 31 Menschen ums Leben gekommen. Die Mine liegt in der Provinz Norte de Santander nahe der venezolanischen Grenze und etwa 400 Kilometer nordöstlich der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá.