Malmö (dpa) - Der Deutsche Handballbund (DHB) will seine Männer-Mannschaft der Zukunft mit Heiner Brand an der Spitze und neuen Konzepten aufbauen. Trotz des Flops bei der WM in Schweden möchte der Verband den Bundestrainer auch über das Jahr 2013 hinaus an sich binden.

«Ich will nach meinen Möglichkeiten alles dafür tun, dass er Bundestrainer bleibt. Und das, wenn möglich auch über den 30. Juni 2013 hinaus», sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach der Nachrichtenagentur dpa. «Wir sind nach wie vor der Meinung, dass er der Beste ist, den es dafür gibt», erklärte Strombach.

Die deutschen Handballer haben bei der WM in Schweden das Minimalziel verpasst, sich direkt für ein Ausscheidungsturnier für die Olympischen Spiele 2012 zu qualifizieren. Bereits vor dem Spiel um Rang elf in Kristianstad gegen Argentinien war zudem die schlechteste WM-Platzierung seit 73 Jahren besiegelt. «Ich bin aber nicht bereit, die 16 Spieler in Bausch und Bogen zu verdammen», sagte Strombach und fügte an: «Nach derzeitigem Stand ist die beste Mannschaft, die die Bundesliga bietet, in Schweden.»

Das Team hat sich jedoch nur phasenweise als konkurrenzfähig erwiesen. Darauf will der Verband mit neuen Konzepten reagieren. «Wir müssen alles auf den Prüfstand stellen. Der deutsche Handball muss sich grundsätzlich viele Gedanken machen. Vielleicht müssen wir anders fördern. Dafür müssen sich jetzt alle schlauen Köpfe zusammentun», sagte der für Leistungssport zuständige DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier der dpa.

«Wir müssen kurzfristig überlegen, wie wie langfristig erfolgreich sein können», erklärte Bredemeier. In erster Linie zielt er dabei auf die Förderung der vorhandenen Talente ab. «Vielleicht müssen wir nicht auf Titel gehen, sondern unsere Rohdiamanten besonders fördern», schlug er vor. Die Junioren-Mannschaften hatten unter Heiner Brands Co-Trainer Martin Heuberger in den vergangenen Jahren bei WM und EM Titel und Medaillen gewonnen. Ein langfristiger Aufbau der Junioren-Auswahl zu A-Team sei nicht machbar. «Das ist heute nicht mehr möglich. Wir müssen öffentlich stattfinden», sagte Bredemeier.

Als Beispiel für das kommende Förderkonzept könnten die Franzosen dienen, die keinen Wert auf Erfolge ihrer Nachwuchs-Teams legen, aber wie bei der WM Schweden zum Beispiel mit William Accambray (Montpellier) einen gerade 22 Jahre alten Weltklasse-Rückraumspieler aufbieten. «Es geht jetzt darum, sich schnellstens mit dem Ligaausschuss zu treffen, um möglichst schnell wieder in die internationale Spitze vorzustoßen. Das heißt, unter die besten Acht zu kommen», sagte Bredemeier, «wir müssen sehen, wie wir den deutschen Handball konkurrenzfähig machen. Das geht nur mit der Liga. Wir sollten nicht viel Zeit verlieren.»

Oberstes Ziel aber sei es jetzt, die deutsche Mannschaft noch zu den Olympischen Spielen 2012 zu bekommen. Dies ist nur über die EM im kommenden Jahr in Serbien zu erreichen - entweder als Europameister oder als mindestens zweitbestes Team, das noch nicht für ein Ausscheidungsturnier qualifiziert ist. «Wir müssen über Österreich, Island und Lettland die Teilnahme in Serbien sicherstellen. Die Chance müssen wir jetzt mit vereinten Kräften wahrnehmen», sagte Bredemeier.