Frankfurt/Main (dpa) - Die Team-Tour mit fünf Wettbewerben innerhalb von neun Tagen wird für Deutschlands Top-Skispringer zur letzten Standortbestimmung vor der WM. Vor heimischem Publikum geht es auch um die letzten Tickets für die Titelkämpfe in Oslo.

Bei der Geburtstagsfeier von Martin Schmitt in der Party-Hochburg Willingen wollen Deutschlands Skispringer den Jubilar mit einem Top-Ergebnis gleich zum Auftakt der Team-Tour das passende Geschenk bereiten. Zwar rechnen sich die Schützlinge von Bundestrainer Werner Schuster im Kampf um den 100 000-Euro-Jackpot für den Tour-Gesamtsieg keine Chancen aus, doch im Mannschafts-Wettbewerb am Samstag sollen die Favoriten Österreich und Norwegen die gewachsene Stärke der DSV-Adler zu spüren bekommen.

«Irgendwann wollen wir die Team-Tour mal gewinnen, aber heuer ist es wahrscheinlich noch zu früh. In der Summe aller fünf Wettkämpfe haben wir noch nicht die Substanz, um zu gewinnen. Das wird sich wieder zwischen Österreich und Norwegen abspielen. Wir sollten die bestmögliche Rolle spielen und näher heranrücken. Speziell in Willingen sehe ich ein offenes Rennen», sagte Schuster vor dem Auftakt, bei dem Schmitt seinen 33. Geburtstag feiert.

Ob der Routinier überhaupt zum Einsatz kommt, entscheidet sich allerdings erst in der Qualifikation für den Einzel-Wettbewerb am Sonntag. «Es gibt keinen Geburtstagsbonus für Martin, aber er hat ohnehin noch nie einen Bonus gebraucht. Immer wenn er aufgestellt wurde, dann nur, weil er Leistung gebracht hat» stellte Schuster in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa klar. Gesetzt sind derzeit nur Severin Freund und Michael Uhrmann, die in den letzten fünf Weltcups für vier Podestplätze gesorgt hatten.

Für Schmitt geht es aber nicht nur um einen Start im Mannschafts-Wettbewerb von Willingen, sondern vor allem bei der in drei Wochen beginnenden WM in Oslo. Drei von fünf Tickets sind an Freund, Uhrmann und Michael Neumayer fest vergeben. Um die vakanten Plätze kämpfen neben dem viermaligen Weltmeister noch Pascal Bodmer und Stephan Hocke. Mit zwei von drei geforderten Teilnormen haben derzeit Schmitt und Bodmer die Nase knapp vor Hocke (1) vorn. «Die drei sind auf Augenhöhe» meinte Schuster.

In Willingen fordert er von dem Trio eine deutliche Leistungssteigerung. «Freund und Uhrmann ist es zuletzt gelungen, einen Schritt Richtung Weltspitze zu machen. Nun gilt es auch für die anderen Starter, sich näher an die Besten heranzuschieben.» Denn Schusters ehrgeiziges Ziel ist es, mit fünf Top-Springern zur WM zu fahren. «Wenn uns das gelingt, müssen wir uns vor niemandem verstecken. Wenn nur zwei gut sind und fünf Mittelmaß, nützt es nichts», sagte er.

Schon nach der zweiten Station der Team-Tour am 2. Februar in Klingenthal wird sich der Chefcoach entscheiden, auf wen er am Holmenkollen setzt. «Es gilt, die letzten beiden Wettbewerbe auf der Großschanze zu nutzen, um dann für die WM das richtige Team zu finden und sich mit Selbstvertrauen vorbereiten zu können. Nach Klingenthal machen wir einen Deckel drauf», verkündete Schuster. Das Skifliegen zum Abschluss der Team-Tour in Oberstdorf und eine Woche später in Vikersund spiele keine Rolle mehr für die Nominierung.