Helsinki (dpa) - Nokia verliert beim weltweiten Wettlauf um den Smartphone-Markt weiter an Boden. Wie das finnische Unternehmen am Donnerstag mitteilte, brach der Nettogewinn im vierten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum um 21,4 Prozent auf 745 Millionen Euro ein.

Im gesamten Jahresverlauf konnte Nokia gegenüber dem Krisenjahr 2009 seinen Gewinn allerdings von 260 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro steigern. Beim Umsatz legte das Unternehmen im gesamten Jahr um vier Prozent auf 42,5 Milliarden Euro zu.

Der Marktanteil Nokias ging 2010 von 34 auf 32 Prozent zurück. In seinen Glanzzeiten hatte das finnische Unternehmen sogar die 40- Prozentmarke erreicht. Nach Veröffentlichung der neuen Bilanzzahlen rutschte der Aktienkurs um 5,5 Prozent auf 7,38 Euro.

Konzernchef Stephen Elop kündigte die Vorstellung einer neuen Strategie am 11. Februar in London an. Er stufte das letzte Quartal als «solide» ein. Man stehe aber weiter vor «erheblichen Herausforderungen bei der Konkurrenzfähigkeit». «Es ist höchste Zeit, dass Nokia sich schneller umstellt», sagte der Kanadier weiter.

Kurz nach Elops Antritt im letzten Jahr hatte Nokia das lang erwartete Spitzenmodell N8 gegen die erfolgreiche Konkurrenz von Apple mit seinem iPhone und verschiedenen Anbietern mit dem Google- Betriebssystem Android auf den Markt gebracht.

Der Durchschnittspreis für Nokia-Handys stieg im letzten Jahr von 64 auf 69 Euro. Knapp über der Nullgrenze blieb im vierten Quartal die Netzwerksparte Nokia Siemens mit einem operativen Plus von einer Million Euro. Im Vorjahr hatte das Joint Venture mit dem deutschen Siemens Konzern noch 17 Millionen Euro operative Erträge erwirtschaftet. Es galt lange als chronisches Sorgenkind und hat im gesamten Jahresverlauf seine Verluste von 1,6 Milliarden Euro (2009) auf 686 Millionen Euro vermindert.

Auch die betont vorsichtigen Prognosen für 2011 galten in Helsinki als wichtiger Grund für den Fall des Aktienkurses von Nokia. Das Unternehmen erwartet für das erste Quartal eine Gewinnmarge von 7 bis 10 Prozent und liegt damit unter bisher von Analysten erwarteten zehn Prozent.