Chamonix (dpa) - Eine Woche nach dem Unglück des Österreichers Hans Grugger in Kitzbühel hat ein schwerer Sturz seines Landsmannes Mario Scheiber auch das Abfahrtstraining von Chamonix überschattet.

Scheiber drehte sich in der Luft um fast 360 Grad, knallte mit Kopf und Rücken auf die Piste und schlitterte für kurze Zeit bewusstlos in das Sicherheitsnetz. Er brach sich das rechte Schlüsselbein und zog sich zudem einen Nasenbeinbruch und eine Nasen-Nebenhöhlenfraktur zu, teilte der Österreichische Skiverband ÖSV mit.

Bei einer ersten Untersuchung im Krankenhaus von Sallanches, wohin der 27-jährige per Hubschrauber geflogen wurde, stellten die Ärzte glücklicherweise keine Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen fest. «Die gute Nachricht ist, dass keine Blutungen im Gehirn erkennbar sind», sagte Teamarzt Martin Gruber. «Er war zuerst bewusstlos, war aber dann ansprechbar und orientiert. Er hat bekannte Personen noch an der Unfallstelle erkannt. Sein Zustand ist stabil.» Scheiber war auf dem Weg zu einer Bestzeit, als es ihm kurz vor einer Welle die Ski verschnitt.

Durch den neuerlichen Unfall rückte das sportliche Resultat auf der La Verte in den Hintergrund. Die erste von zwei Testfahrten zur Abfahrt am Samstag gewann der Österreicher Klaus Kröll vor seinem Landsmann Georg Streitberger und Christof Innerhofer. Der Oberstdorfer Tobias Stechert als 25. und Andreas Sander aus Ennepetal auf Rang 27 erreichten mit nur etwas mehr als zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze ansprechende Ergebnisse.

Angesichts des Sturzes von Scheiber forderte sein Teamkollege Michael Walchhofer Änderungen im alpinen Skisport. «Man muss sich etwas überlegen mit den Geschwindigkeiten, es ist einfach zu schnell», sagte Walchhofer, der diese Saison bislang drei Weltcup- Rennen gewann und nach dem WM-Winter seine Karriere beenden wird. «Und das Material darf auch nicht so aggressiv bleiben, wie es ist. Das muss wieder humaner werden.»