Leverkusen (dpa) - Bei einem Startelf-Comeback von Michael Ballack für Bayer 04 Leverkusen gegen Hannover 96 würde sich ein Kreis des Leidens schließen. 139 Tage nachdem der Mittelfeld-Star im Hinspiel von 96-Profi Pinto schwer verletzt wurde, käme es zum pikanten Wiedersehen der beiden.

Vorsorglich hat Pinto angekündigt, Ballack per Handschlag begrüßen zu wollen. Ansonsten sei es aber «ein Spiel wie jedes andere», erklärte der 96-Mittelfeldantreiber. Zurückhalten will er sich nicht: «Soll ich ihn jetzt immer laufen lassen?»

Bayer-Chefcoach Jupp Heynckes ließ allerdings immer noch offen, ob er den auf eine Rückkehr in die Startelf drängende «Capitano» tatsächlich von Beginn an spielen lässt. «Für mich ist wichtig, dass er die Leistung bringt, wenn er kommt», sagte Heynckes, betonte aber: «Den Zeitpunkt muss ich terminieren.» Dass Ballack wieder bundesligatauglich ist, zeigte er beim 34-Minuten-Comeback in Mönchengladbach. «Er hat Spielfreude entwickelt», meinte Heynckes. Zum Thema Pinto sagte der Chefcoach: «Michael geht damit professionell um. Das kann man ad acta legen.»

Abgesehen von dem Foul, bei dem sich Ballack einen Bruch des Schienbeinköpfchens zuzog, hatten die Äußerungen von Pinto («Ich kann nicht zurückziehen, nur weil es Ballack ist») für Verärgerung am Rhein und besonders bei Sportdirektor Rudi Völler («Unterste Schublade») gesorgt.

Hannovers Trainer Mirko Slomka nahm Pinto noch einmal in Schutz. «Das war sicher keine absichtliche Aktion», sagte er zu der Attacke im Hinspiel und erklärte: «Ich finde die Reaktion von Sergio mit den 'shake hands' vor dem Spiel gut.»

Slomka würde sich freuen, wenn Ballack spielt und schwärmte vom Nationalspieler: «Er ist unbestritten ein toller Spieler.» Er habe den Auftritt beim Bayer-Sieg gegen Mönchengladbach verfolgt: «Er war sehr gut. Er war sehr präsent.» Dass ihm Spielpraxis fehle, sei für einen Mann wie Ballack kein Problem. «Ich gehe davon aus, dass er von Beginn an spielt.» Hannovers Mittelfeldrenner Manuel Schmiedebach sagte: «Klar macht es Spaß, gegen solche Leute zu spielen.»

Überhaupt schwärmte Slomka von Bayer. «Die haben eine Paradebesetzung im Mittelfeld.» Es mache keinen Unterschied, welche Spieler sein Kollege Jupp Heynckes einsetze. Die individuelle Klasse sei so hoch, «dass sie immer ein Tor machen können».