Berlin (dpa) - Strompreiserhöhungen und kein Ende: Nachdem zum Jahreswechsel bereits hunderte Versorger ihre Preise erhöht hatten, heben nach Angaben des Verbraucherportals Toptarif mindestens 101 weitere regionale Anbieter ihre Tarife im Februar und März um bis zu 13,1 Prozent an.

Betroffen sind mehr als acht Millionen Haushalte, wie toptarif.de am Donnerstag weiter mitteilte. Ein vierköpfiger Haushalt mit einem Jahresverbrauch von etwa 4000 Kilowattstunden muss demnach mit Mehrkosten von durchschnittlich 6,9 Prozent oder 66 Euro rechnen. Mitunter seien sogar bis zu 125 Euro möglich.

Der stellvertretende Unionsfraktionschef Michael Fuchs (CDU) befürchtet gar, dass Strom wegen einer steigenden Förderung von Öko-Energien noch teurer wird. «Es besteht die Gefahr, dass die Erneuerbare-Energien-Gesetz-(EEG)-Umlage für 2012 auf bis zu 5 Cent pro Kilowattstunde steigt. Das müssen wir stoppen», sagte Fuchs in Berlin. «Ein Vier-Personen-Haushalt müsste dann wegen der EEG-Umlage bis zu 240 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) im Jahr zahlen.»

Strom war schon zum Jahresbeginn teurer geworden. Als Grund gaben die Energieversorger die Umlage-Erhöhung nach dem EEG von 2,047 Cent auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde an. Mit dem Geld wird die Gewinnung von Öko-Energien wie Solarstrom gefördert.

Fuchs verstärkte den Druck auf Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) nach den Absprachen zwischen Röttgen und der Solarwirtschaft zur Kürzung von Fördergeldern. Zum 1. Juli soll eine Kappung um bis zu 15 Prozent möglich sein - wie stark, hängt davon ab, wie viele Photovoltaikanlagen von März bis Mai ans Netz gehen. Fuchs strebt eine Ausweitung des Zeitraums vor März an. Bis Mitte 2011 könne Italien wegen der dortigen Förderbedingungen der entscheidende Markt für Photovoltaik in Europa werden. «Deshalb könnte es sein, dass von März bis Mai wenig in Deutschland installiert wird. In diesem Fall würde sich an der Förderung nicht viel ändern.»