Nürnberg (dpa) - Die Nürnberger Spielwarenmesse stellt in diesem Jahr das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt.

«Wir haben im Laufe der Zeit gemerkt, dass das ökologische Bewusstsein Fahrt aufnimmt nicht nur bei den Konsumenten, sondern auch im Handel», sagte der Chef des weltgrößten Branchentreffs, Ernst Kick, am Donnerstag. Der sich seit einigen Jahren abzeichnende Trend könnte sich langfristig etablieren: «Nur im Bereich Lebensmittel ist Nachhaltigkeit noch bedeutender für die Konsumenten», erläuterte Nicole Koschate von der Universität Erlangen eine entsprechende Studie.

Allerdings seien sich die Konsumenten noch sehr uneins, was unter das Etikett «nachhaltig» falle, schilderte Koschate. Für viele zählten das verwendete Material und die umweltbewusste Herstellung, für andere faire Arbeitsbedingungen oder der pädagogische Wert des Spielzeugs.

Trotz dieser Unschärfe zog Koschate die Bilanz: «Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Kunden bereit sind, mehr für nachhaltige Spielwaren zu zahlen.» Ein knappes Drittel würde nach eigenen Angaben sogar bis zu 20 Prozent mehr auf den Tresen legen. Für die Zukunft sei es wichtig, dass ein einheitliches Siegel eingeführt werde.

Marktforscher Werner Lenzner von der npdgroup mahnte zudem: «Dem Spielwarenmarkt fehlt es an guten, interessanten Angeboten für Mädchen ab sieben Jahren. Da hilft es nichts, irgendetwas rosa zu machen und dann sind die Mädchen begeistert.» Ihm zufolge ist der Umsatz mit klassischem Spielzeug (ohne Videospiele) in Deutschland im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf etwa 2,55 Milliarden Euro gestiegen. Die Hälfte des Zuwachses entfiel dabei auf den Online-Handel.

Zur größten Spielwarenmesse der Welt werden vom 3. bis zum 8. Februar rund 76 000 Fachbesucher aus aller Welt in Nürnberg erwartet. 2683 Aussteller aus 63 Ländern präsentieren dann rund 1 Million Spielwaren, darunter etwa 70 000 Neuheiten.

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