Grefrath (dpa) - Sein Selbstvertrauen schien nicht zu erschüttern, auch als viele an seinem Erfolg zu zweifeln begannen. Kommissar Ingo Thiel (48) hat als Leiter der Sonderkommission «Mirco» seinen bislang größten Fall zum Erfolg geführt.

«Wir kriegen ihn» - das war monatelang sein Mantra. Der Vater zweier Kinder ist Polizist mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung und einer makellosen Erfolgsbilanz. Seine Kollegen halten tatsächlich große Stücke auf ihn - und wieder hat er sie nicht enttäuscht.

Als Kopf der zeitweise mehr als 80 Ermittler starken Sonderkommission musste Thiel in den vergangenen Monaten den Überblick über tausende Details bewahren und die Richtung vorgeben.

Zeitweise wirkte seine Zuversicht dabei wie das berühmte «Pfeifen im Walde», als wollte er vor allem die Motivation seiner Soko-Kollegen hochhalten und in der Öffentlichkeit Stärke demonstrieren.

Während mancher Ermittler für Monate abtaucht und erst wieder mit dem Ergebnis seiner Arbeit auftaucht, hat Thiel ständig die Öffentlichkeit gesucht. Er weiß aus früheren Fällen um den Wert von Hinweisen aus der Bevölkerung.

Immer wieder wendet sich Thiel in den vergangenen Monaten an die Medien, lässt den Fall Mirco so nicht in Vergessenheit geraten. Der bullige Polizist riskiert dabei auch schon mal, mit deutlichen Worten seine Vorgesetzten und das nordrhein-westfälische Innenministerium in Aufregung zu versetzen.

Thiel lässt Tornados und Drohnen fliegen, große Hinweistafeln aufstellen, 1000 Polizisten das Gelände durchkämmen. Fernsehfahndung, Fernseh-Aufruf der Eltern - nichts bleibt unversucht.