Kristianstad (dpa) - Die deutschen Handballer haben nur mit Glück eine Peinlichkeit verhindert und sich mit einem schmeichelhaften 40:35 (31:31, 27:27, 13:12) gegen Argentinien und Platz elf von der WM in Schweden verabschiedet.

Im Platzierungsspiel benötigte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Kristianstad gegen den Panamerika-Meister zwei Verlängerungen zum Sieg. Mit dem elften Rang hat die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand die schlechteste WM-Platzierung einer deutschen Mannschaft seit 73 Jahren besiegelt. Die direkte Qualifikation für ein Olympia-Ausscheidungsturnier hatte das Team zuvor bereits verspielt.

Beste deutsche Werfer vor rund 1000 Zuschauern waren Uwe Gensheimer (9/1) und Holger Glandorf (9). Michael Haaß (60. Minute) und Oliver Roggisch (72.) sowie Leonardo Querin (73.) sahen jeweils nach drei Zeitstrafen Rot. Insgesamt spielte die deutsche Mannschaft 28 Minuten in Unterzahl. In der Partie um Platz neun behielt Norwegen gegen Serbien ebenfalls nach Verlängerung beim 32:31 (29:29,14:16) die Oberhand.

Erst nach seiner Rückkehr will Brand über seine Zukunft als Bundestrainer entscheiden. «Die Partie hat nichts mit meiner Zukunft zu tun», sagte Brand dem Fernsehsender Sport1. Zu Hause will er sich Gedanken machen und «die Situation mit meiner Frau durchsprechen und natürlich dann mit dem Präsidenten und Vizepräsidenten. Dann werden wir sehen, was dabei rauskommt», meinte der Gummersbacher. Er werde zu gegebener Zeit die Öffentlichkeit informieren.

In ihrem letzten Turnierspiel war den deutschen Spielern anzumerken, dass sie sich nicht mit einer weiteren Pleite von der WM verabschieden wollten. Allerdings mussten sie dabei auf ihren bisher besten Rechtsaußen Christian Sprenger verzichten. Der Kieler wurde wegen einer Verhärtung im Oberschenkel nicht eingesetzt.

Der Einstand in die Partie gegen Argentinien misslang. Erst nach dem 3:4 (9.) kam sie besser mit der engagierten Spielweise des Panamerika-Meisters zurecht. Drei Treffer in Serie brachten eine 6:4- Führung (12.), die die DHB-Auswahl anschließend bis auf 10:5 (20.) ausbaute.

Immer wieder spornte Torhüter Johannes Bitter, der gemeinsam mit seinem Partner Silvio Heinevetter durchgängig WM-reife Leistungen geboten hatte, seine Vorderleute in der Deckung an. Er forderte mehr Aggressivität und Einsatz. Trotzdem häuften sich wie in den Spielen zuvor wieder die Unkonzentriertheiten und Aussetzer. Binnen fünf Minuten und zwei Zeitstrafen war der Vorsprung bis auf 11:10 (25.) geschrumpft.