Malmö (dpa) - Spekulationen, Mutmaßungen, Rätsel: Am Tag der Entscheidungen bei der Handball-WM in Schweden war die Zukunft von Bundestrainer Heiner Brand weiter offen.

Frühestens am Montag soll bei einem Gipfeltreffen mit der Verbandsspitze in Gummersbach darüber gesprochen werden, ob der einstige Weltmeister-Trainer weitermacht oder nicht. «Wir haben noch keinen festen Termin. Es kann am Montag oder am Dienstag sein. Wir haben vereinbart, dass Minimum bis heute Abend Ruhe ist. Heiner muss ja auch mal frei haben», sagte Horst Bredemeier, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Handballbund (DHB), der Nachrichtenagentur dpa.

Selbst gegenüber seinem Vertrauten, DHB-Präsident Ulrich Strombach, hat sich Brand laut Bredemeier noch nicht zu seinen Absichten geäußert. Die Entscheidung über seine Zukunft liege allein beim Bundestrainer. «Es gibt zwei Möglichkeiten: Erstens, er sagt, er will Trainer bleiben. Die Wahrscheinlichkeit ist 50 Prozent», meinte der Leistungssport-Chef, «und zweitens, er sagt, ich will kein Trainer mehr sein, aber dem DHB in verantwortlicher Position treu bleiben. Dann muss er Vorschläge machen, was das sein soll, und wir müssen sehen, wie wir das hinbekommen.»

Ausgelöst wurden alle Diskussionen durch den elften Rang und die damit die schlechteste WM-Platzierung einer deutschen Mannschaft sowie der verpassten direkten Qualifikation für ein Olympia- Ausscheidungsturnier. Brand hatte bereits vor seiner Abreise aus Schweden mit Blick auf das Gipfeltreffen in Gummersbach mit Strombach und Bredemeier die Spekulationen um seinen Verbleib als Bundestrainer eröffnet. «Da werden wir sicher über dieses Turnier und die Zukunft sprechen. Ich weiß schon, wo es hingeht, wobei beide Seiten über gewisse Dinge reden müssen», sagte der Bundestrainer. «Nach so einem Turnier kann man nicht sagen, man geht zur Tagesordnung über.»

Neue Variante im Rätselraten um Brands künftige Aufgaben ist die neu zu schaffende Position eines Cheftrainers. «Wir haben noch über keine Optionen gesprochen. Ein Cheftrainer wäre ja Sportdirektor. Und den haben wir ja», sagte DHB-Vizepräsident Bredemeier. Sportdirektor des Verbandes ist Peter Sichelschmidt.

Entscheidend für die Zukunft der Nationalmannschaft und Brands weitere Arbeit wird auch das geforderte Entgegenkommen der Bundesliga-Clubs sein. «Eins ist klar, es geht nur in Kooperation Liga und Verband, sprich Nationalmannschaft. Und wenn die Liga erkennt, dass die Nationalmannschaft eine Bedeutung hat, dann wird man sich sicher auch zusammensetzen können und Lösungen finden. Das ist sicher eine interessante Aufgabe», sagte Brand, der sich von der Liga unter anderem mehr Vorbereitungszeit für die Auswahl sowie mehr Einsätze von deutschen Spielern wünscht.