Berlin (dpa) - Nur rund sechs Prozent der Deutschen erwarten, dass ihr verfügbares Einkommen 2011 spürbar steigen wird. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Nürnberger Marktforschungsgesellschaft GfK für die «Welt am Sonntag».

Die GfK hatte 1033 Männer und Frauen befragt, ob ihr verfügbares Einkommen also Erwerbseinkommen plus Subventionen und Sozialleistungen abzüglich Steuern und Sozialversicherungsbeiträge

2011 merklich steigen werde. 70 Prozent der Befragten beantworten diese Frage mit Nein. 20 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten, dass sie am Ende des Jahres deutlich mehr Geld in der Brieftasche haben werden. Davon glauben allerdings fast 14 Prozent, dass ihr Lohnzuwachs durch die Inflation wieder nivelliert wird. 5,9 Prozent der Befragten glauben, dass ihr verfügbares Einkommen stärker steigen wird als die Verbraucherpreise.

Obwohl damit nur ungefähr jeder 16. Deutsche damit rechnet, dass sein verfügbares Einkommen in diesem Jahr spürbar zunimmt, passt die Umfrage laut der GfK zur aktuell positiven Stimmung der deutschen Verbraucher: «Wenn man berücksichtigt, dass die angekündigten Einkommenssteigerungen bei rund drei Prozent liegen, die Inflationsrate bei knapp zwei Prozent und wir nach der Erwartung merklicher Einkommenszuwächse fragen, halte ich das Ergebnis sogar für recht positiv», zitierte die Zeitung den GfK-Experten Klaus Hilbinger.

Männer sind laut der Umfrage zuversichtlicher als Frauen. Während rund 23 Prozent der Männer mit höheren Einkommen rechnen (ohne Berücksichtigung der Verbraucherpreisanstiege), glauben nur 17 Prozent der Frauen daran. Optimistisch sind auch Gutverdiener. 32 Prozent der Befragten mit einem Netto-Haushaltseinkommen von 3500 Euro und mehr erwarten, dass ihr verfügbares Einkommen steigen wird. Genauso zuversichtlich ist die Gruppe mit einem Einkommen zwischen 2000 und 2500 Euro. Dagegen schätzen nur 19 Prozent der Befragten mit einem Netto-Haushaltseinkommen zwischen 1500 und 2000 Euro, dass sie in diesem Jahr mehr Geld ausgeben können.

Die Einkommenserwartungen variieren zudem stark nach Bundesländern: Ganz pessimistisch sind die Beschäftigten in Norddeutschland. So glauben nur 6,7 Prozent aller Schleswig- Holsteiner, 2011 mehr Geld in der Tasche zu haben. In Baden- Württemberg erwarten dies 28,5 Prozent. Davon glauben 12,7 Prozent, dass auch nach Berücksichtigung der Preisanstiege am Ende noch etwas übrig bleibt.