Köln (dpa) - Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) nascht gerne Süßigkeiten: «Aber kontrolliert», sagte er am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. «Besonders gerne mag ich bittere Schokolade.» Brüderle eröffnete in Köln die Internationale Süßwarenmesse ISM.

Bis zum Mittwoch zeigen dort rund 1500 Aussteller aus 64 Ländern Trends bei Schokolade, Fruchtgummi, Salzgebäck, Plätzchen und Eis.

Zu den kuriosen Neuheiten gehört Schokolade mit Sauerkraut, Heu oder Oliven. Viele Aussteller werben zudem mit kalorienarmen Süßwaren oder bieten spezielle Produkte für Allergiker an. Partnerland der ISM ist die Türkei. Sie präsentiert sich mit einem Gemeinschaftsstand, an dem mehr als 40 Unternehmen traditionelle türkische Süßigkeiten anbieten.

Die deutschen Süßwarenhersteller hoffen auf der Fachmesse auf gute Geschäfte, vor allem auch mit ausländischen Kunden. «Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten drei Jahre den Exportanteil auf 50 Prozent zu steigern», sagte Klaus Reingen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Zurzeit liegt der Anteil bei etwa 45 Prozent. 2010 lieferten die Hersteller 1,7 Millionen Tonnen Süßes ins Ausland, 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Inland dagegen gingen Umsatz und Absatz leicht zurück. Der Pro- Kopf-Konsum an Süßigkeiten sank um 0,6 Prozent auf 30,57 Kilo. Die Hersteller fühlen sich nach eigenen Angaben durch die hohen Rohstoffpreise - etwa für Zucker, Kakao und Weizen - unter Druck. Gleichzeitig sei es kaum möglich, die steigenden Kosten an den Handel weiterzugeben. Dessen Vertreter hatten im Vorfeld angekündigt, dass die Süßigkeiten-Preise in den Läden 2011 weitgehend stabil blieben.