Stuttgart (dpa) - Mit dem Öko-Auto um die Welt: Drei Fahrzeuge mit dem alternativen Brennstoffzellenantrieb sind am Sonntagmorgen in Stuttgart zu einer Weltumrundung gestartet.

Die Tour werde die Alltagstauglichkeit der umweltfreundlichen Autos unter Beweis stellen, sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber. Die Fahrt geht durch 14 Länder, darunter sind die USA, China und Kasachstan.

Als Startsignal schwenkte Weber eine Fahne, danach fuhren die Autos geräuschlos vom Firmengelände. In 125 Tagen sollen sie 30 000 Kilometer zurücklegen. Anlass für die Tour sind die Feierlichkeiten zum 125. Geburtstags des Autos, dessen Jubiläums- Patentanmeldung 1886 am Vorabend in Stuttgart gefeiert worden war.

Auf der Gala hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche das Modell Mercedes-Benz F-Cell World Drive vorgestellt. «125 Jahre nach Erfindung des Automobils steht die B-Klasse F-Cell bei uns stellvertretend für dessen Neuerfindung», sagte Zetsche bei dem Fest. Die Mercedes-Modelle sind den Angaben zufolge die ersten in Serie gefertigten Brennstoffzellenfahrzeuge. Allerdings lag die Stückzahl nur bei 200.

Mit der Aktion will der Stuttgarter Autobauer für den Aufbau eines globalen Wasserstoff-Tankstellennetzes werben. Derzeit gibt es in Deutschland nur 30 Wasserstoff-Stationen. Die Reichweite eines Tanks beträgt etwa 400 Kilometer. «Wir brauchen mehr Tankstellen», sagte Vorstand Weber am Sonntagmorgen. «Sonst läuft Deutschland Gefahr, wieder mal den Zug zu verpassen.» Länder wie Amerika und Japan hätten großes Interesse an der neuen Technik. Diese Länder drohten Deutschland in der Entwicklung und Produktion der neuen Autos den Rang abzulaufen, wenn das Tankstellennetz hierzulande nicht erweitert werde.

Die Fahrt mit chinesischen und amerikanischen Journalisten an Bord führt durch vier Kontinente. Sie wird Anfang Juni in Stuttgart beendet sein. Als mobile Tankstellen sind Begleitfahrzeuge dabei.

Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff, indem sie chemische Energie in elektrische Energie umwandelt. Vom Aufbau her ähnelt die aus zwei Elektroden bestehende Brennstoffzelle einer herkömmlichen Batterie. Ihre Einsatzmöglichkeiten reichen von der Erzeugung von Hauswärme bis zum Betrieb von Autos. Allerdings muss für die Brennstoffzelle zunächst Wasserstoff erzeugt werden, was sehr energieaufwendig ist.