Berlin (dpa) - Mehr Besucher, mehr Umsatz - das ist die Bilanz der diesjährigen Grünen Woche. Mehr als 415 000 Besucher zählten die Veranstalter an den zehn Messetagen, ein Plus von gut 15 000 gegenüber dem Vorjahr.

Ein Sprecher sagte zum Abschluss am Sonntag, die weltgrößte Leistungsschau der Agrar- und Ernährungswirtschaft habe ihr Funktion als Leitmesse erfüllt. Alle Beteiligten der Nahrungsmittelkette hätten zusammengefunden, die Diskussion über den Dioxinskandal sei deutlich versachlicht worden.

Viele Besucher nutzten die Messe für kritische Fragen, aber auch zum ausgiebigen Probieren. 8100 Weißwürste und 3700 Liter Bier gingen nach Ministeriumsangaben allein am Bayern-Stand über den Tresen. Insgesamt präsentierten sich 1632 Aussteller aus 57 Ländern.

Laut Messe ließ jeder Besucher durchschnittlich 110 Euro in den Hallen am Funkturm - 24 Euro für Speisen und Getränke, 86 Euro für Bestellungen. Dies führe zu einem Umsatzplus von 3 Millionen Euro auf 45 Millionen. Hinzu kommen regelmäßig Geschäftsabschlüsse in Millionenhöhe, die nicht genau beziffert werden. Unter den Besuchern waren den Angaben zufolge 100 000 Fachbesucher.

Die Messe hatte mit erregten Debatten über den Skandal um erhöhte Dioxinwerte in Eiern und Schweinefleisch begonnen. Die Debatte über konventionelle Landwirtschaft und Öko- Landbau entbrannte aufs Neue. Am Rande der Messe demonstrierten am vergangenen Samstag in Berlin Tausende gegen die industrialisierte Landwirtschaft.

Auf der Messe wurden erste Laborergebnisse präsentiert, nach denen das Dioxin aus Altfetten wie Frittierfett stammt, das illegal in Futtermittel gelangte. Und das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlichte Berechnungen, nach denen die Dioxinbelastung für die Verbraucher höchstwahrscheinlich ungefährlich war.

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner bilanzierte zum Ende der Grünen Woche, die Verbraucher hätten sich nicht verunsichern lassen: «Wir wollten Vertrauen zurückgewinnen, und das ist uns ganz gut gelungen.» Konsum und Erzeugerpreise normalisierten sich wieder.