Willingen (dpa) - Als Deutschlands neuer Skisprung-Überflieger Severin Freund seine tolle Flugshow mit dem zweiten Karrieresieg gekrönt hatte, verwandelte sich die Party-Hochburg Willingen in ein Tollhaus.

Vor gut 10 000 Fans sorgte der 22-Jährige aus Rastbüchl acht Jahre nach Sven Hannawald wieder für einen deutschen Weltcuperfolg im Upland und genoss 24 Stunden nach dem zweiten Platz des DSV-Quartetts im Team-Wettbewerb das Bad in der tobenden Menge.

«Das ist absolut genial und ein Hammer-Gefühl, zu Hause zu gewinnen. Es ist super gelaufen und einfach nur geil», sagte Freund nach seinem Flug ins Glück. Zwei Wochen nach seinem ersten Weltcup-Erfolg in Sapporo verwies der Shootingstar mit Sprüngen auf 143,5 und 139 Meter Martin Koch aus Österreich auf Rang zwei. Dritter wurde Doppel-Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz. «Das war eine Reifeprüfung, die er bravourös bewältigt hat», lobte Bundestrainer Werner Schuster.

Bereits zur Halbzeit hatte Freund in Führung gelegen und ließ sich im Finale die Chance zum Sieg nicht entgehen. «Der Herzschlag war schon etwas beschleunigt. Aber das braucht man. Wenn man merkt, wie die Leute abgehen, gibt einem das einen extra Kick», sagte Freund.

Schon im Mannschafts-Wettbewerb hatte Freund das DSV- Quartett, dem ferner Michael Uhrmann, Geburtstagskind Martin Schmitt und Michael Neumayer angehörten, mit einem Gala-Auftritt zum zweiten Platz hinter Top-Favorit Österreich geführt. «Er ist derzeit der stärkste deutsche Springer und immer in der Lage, aus eigener Kraft unter die Top 3 zu kommen. Es ist schön, solch einen Mann in der Mannschaft zu haben. Für ihn war das ein tolles Wochenende», sagte Schuster.

Freunds Kollegen konnten im Einzel nicht überzeugen. Schmitt wurde mit Sprüngen auf 133,5 und 128,5 Meter 20., für Pascal Bodmer blieb nur Rang 27. Der 20-Jährige konnte damit im Kampf um die WM-Tickets wie auch Stephan Hocke als 29. keinen Boden gutmachen. Neumayer als 32. und Uhrmann als 33. verpassten sogar das Finale. «Das war nichts Herausragendes, aber es kann sich stabilisieren», sagte Schmitt.