Katar (dpa) - Nur fünf Wochen nach dem umstrittenen WM-Zuschlag der FIFA kann der kleine Wüstenstaat Katar beweisen, dass er ein großes Fußballturnier tatsächlich ausrichten kann.

Der Asien Cup mit Bundesliga-Assen wie dem für Japan auflaufenden Dortmunder Shinji Kagawa wird zu einem ersten Probelauf für die Weltmeisterschaft 2022 in dem reichen Golfstaat - und die ganze Welt schaut dabei zu.

«Wir sind überzeugt, dass ein erfolgreicher Asien Cup unsere Berechtigung unterstreichen wird, ein idealer WM-Gastgeber zu sein», erklärte Katars Verbandspräsident, Scheich Hamad bin Khalifa bin Ahmed al-Thani, vor dem Eröffnungsspiel am 7. Januar in Doha zwischen Gastgeber Katar und Usbekistan.

16 Teams, darunter die Rekordsieger Japan, Iran und Saudi-Arabien (jeweils 3 Titel), spielen bis zum 29. Januar den neuen Asienmeister aus. Titelverteidiger ist der Irak, der 2007 trotz des Terrors in der Heimat sensationell triumphiert hatte und beim Turnier in Katar vom deutschen Trainer Wolfgang Sidka betreut wird.

In elf Jahren sollen die WM-Spiele in klimatisierten Stadien ausgetragen werden, die auf 26 Grad heruntergekühlt werden können. Weil Klimaanlagen in den fünf Spielstätten für den Asien Cup noch fehlen, wird das Turnier nicht im bis zu 50 Grad heißen Sommer, sondern ausnahmsweise im Winter ausgetragen. Eine solche Verlegung hatte Franz Beckenbauer auch sofort für die WM gefordert. Sie wird inzwischen vom Weltverband FIFA nicht mehr total abgelehnt.

Im Januar bietet Katar mit Tagestemperaturen von 25 Grad beste Bedingungen für Fans und Fußballer. Der FC Bayern bereitet sich in Doha gerade auf die Bundesliga-Rückrunde vor. «Ich glaube, dass hier sehr viel möglich ist, aber nur, wenn man die WM im Winter spielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine WM bei Sandstürmen und 50 Grad Hitze stattfindet», erklärte Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger: «Infrastrukturell traue ich dem Land eine WM zu.»

Auch Nationalspieler Philipp Lahm äußerte sich kritisch: «Ich bin froh, dass ich die WM 2022 als aktiver Spieler nicht mehr mitbekommen werde. Bei 40 Grad Fußball zu spielen, macht nicht wirklich Spaß», sagte der 27-Jährige aus leidvoller Erfahrung eines Länderspiels in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate im Sommer 2009.