Oberhof (dpa) - Mit drei Podestplätzen haben die deutschen Biathletinnen am Wochenende ihr Staffel-Debakel vom Donnerstag vergessen lassen.

Zum Abschluss des Heim-Weltcups in Oberhof stürmte Lokalmatadorin Andrea Henkel im Massenstart auf Platz zwei und war damit sogar noch einen Rang besser als am Samstag im Sprint. Dort belegte die 33-Jährige hinter Magdalena Neuner den dritten Rang.

Den Sieg im Massenstart sicherte sich die Schwedin Helena Ekholm, im Sprint hatte sich überraschend die Norwegerin Ann Kristin Flatland durchgesetzt. In den Einzelrennen gab es damit an den fünf Tagen vor insgesamt 101 000 Fans in der Skiarena am Grenzadler ausschließlich skandinavische Siege.

«Ich bin überglücklich, dass es am Ende noch einmal mit einem Podestplatz geklappt hat», sagte Henkel nach dem Massenstart über 12,5 Kilometer. Nach dem enttäuschenden sechsten Rang und neun Strafrunden in der Staffel war heftige Kritik auf die deutschen Biathletinnen eingeprasselt. Doch Henkel, Neuner und Co. hielten dem Druck stand und leiteten sofort die Kehrtwende ein.

«Hinter die Staffel haben wir einen dicken Haken gemacht. Die haben wir alle vier vergeigt. Heute haben wir uns wieder richtig zeigen können», sagte Neuner, die ihren zweiten Saisonsieg im Sprint nur um 5,7 Sekunden verpasste.

Auch bei den Verantwortlichen war die Erleichterung nach den starken Einzelleistungen zu spüren. «Die Mannschaft hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Damit können wir die schlechte Staffel und die ganzen Diskussionen über unsere Schießleistungen endgültig abhaken», sagte Cheftrainer Uwe Müssiggang.

Der seit dieser Saison für beide Mannschaften zuständige Medaillenschmied konnte auch mit dem Auftreten der Männer sehr zufrieden sein. Nach dem überraschenden Erfolg in der Staffel und Platz zwei von Arnd Peiffer im Sprint sorgte Michael Greis am Sonntag mit Platz fünf im Massenstart über 15 Kilometer für einen erfreulichen Abschluss des ersten Heim-Weltcups. «Wir haben bewiesen, dass wir wieder um die Podestplätze mitlaufen können», sagte Disziplintrainer Mark Kirchner erfreut.